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Niederländische Familie besuchte Grabstein ihrer Vorfahrin in Breitau

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Von: Julia Stüber

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Grabstein der Vorfahrin: Willem Borstel (links) aus den Niederlanden und Richard Kröll versuchen zu erkennen, was auf dem Stein steht. Das war im Jahr 2013 beim Besuch der niederländischen Familie. Inzwischen sind die Buchstaben auf dem Grabstein so gut wie gar nicht mehr zu lesen.
Grabstein der Vorfahrin: Willem Borstel (links) aus den Niederlanden und Richard Kröll versuchen zu erkennen, was auf dem Stein steht. Das war im Jahr 2013 beim Besuch der niederländischen Familie. Inzwischen sind die Buchstaben auf dem Grabstein so gut wie gar nicht mehr zu lesen. © Foto: privat

Breitau – „Ich hing schon immer an alten Dingen, an alten Schätzen, die ich unbedingt erhalten will“, sagt Richard Kröll. Wer seinen Garten und das Haus in Breitau betritt, entdeckt allerlei Besonderheiten – einen Engelsgarten, eine wundersame Grotte, die ein Geheimnis in sich trägt, alte Dinge, die liebevoll restauriert wurden und im neuen Glanz erstrahlen.

Diese Begeisterung für historische Sachen und die Erforschung ihrer Geschichte führte auch eine niederländische Familie zu Richard Kröll und seiner Frau Angelika. Denn diese Familie betreibt Ahnenforschung. In Breitau auf dem Friedhof ist Verwandtschaft begraben – nämlich Anna Elisabeth Borschel, die 1735 in Weißenborn geboren wurde und im Jahr 1800 in Breitau starb.

Mithilfe von Richard Kröll konnten die Niederländer den ältesten erhaltenen Grabstein der Familie Borschel bereits vor einigen Jahren in Breitau entdecken. „Ich hatte mich dazu entschieden, nicht nur in den Archiven für mein größtes Hobby – die Stammbaumforschung – nach Spuren meiner Familiengeschichte zu suchen, sondern auch in den Dörfern, in denen sie lebten“, sagt Willem Borstel aus den Niederlanden. Und genau dabei kam ihnen das Interesse von Kröll an historischen Dingen zugute. Denn schon vor etwa 40 Jahren brachte Kröll – gemeinsam mit anderen Freiwilligen – die alten Grabsteine auf dem Friedhof in Breitau in Schuss. „Einige Sandsteine standen damals verteilt auf dem Friedhof. Solche, die uns erhaltenswert erschienen, stellten wir vor der Kirche auf. Das waren zehn Grabsteine“, erklärt Kröll.

Kirchengeschichte im Ort aufgearbeitet

Vor etwa 15 Jahren wurde dann auch die Kirchengeschichte im Ort aufgearbeitet. In diesem Zusammenhang wurden zwei Grabsteine gesäubert, entsprechend aufbereitet und schließlich vor dem Überdach der Leichenhalle aufgestellt. „Die Steine sollten nicht der Witterung ausgesetzt werden.“

Alle zehn Steine wurden auch näher erforscht und die Geschichte durch Eintragungen in Kirchenbücher ergänzt. Und genau dazu gehörte eben auch der Grabstein von Anna Elisabeth Borschel. Der Blick in die Kirchenbücher – die Kröll übrigens für die Jahre 1653 bis 1896 in den Orten Breitau und Lindenau in einem Familienbuch zusammengefasst hat – lieferte zusätzliche Erkenntnisse rund um die Ahnin. Zum Beispiel, dass Anna Elisabeth 1759 den Breitauer Johannes Bodenstein geheiratet hatte und mit ihm zwei Kinder bekam. Bis zum Tod lebte sie in Breitau.

„Als Stammbaumforscher freut es uns sehr, dass in Breitau verschiedene Stellen und natürlich viele ehrenamtliche Helfer alles daran setzen, die Region historisch lebendig zu halten“, sagt Familie Borschel aus den Niederlanden.

Erst vor wenigen Wochen besuchten sie erneut Breitau und den Grabstein von Anna Elisabeth. Dabei stellte sich heraus, dass die Buchstaben auf dem Stein inzwischen nicht mehr lesbar sind. Und dennoch – die niederländische Familie freut sich schon jetzt auf den nächsten Besuch in Sontras Stadtteil Breitau. Auch dann wird es vielleicht weitere Erkenntnisse rund um die Vorfahrin geben.

Von Julia Stüber

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