Terminübersicht zu Abholungen in den Gemeinden

Wohin mit den Weihnachtsbäumen? Ein Sontraer hilft damit kleinen Tieren

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Lager im Wald: Bei Donnershag hat Karl-Heinz Gieseler den Großteil seiner schon 150 gesammelten Weihnachtsbäume abgelegt. Nachdem er sie zu Schreddergut verarbeitet hat, hilft er damit Ameisen, Nester zu bauen und schützt sie so vor dem Aussterben. 

Sontra. Die Festtage sind vorbei, doch die Weihnachtsbäume schmücken noch viele Wohnzimmer. Für die Entsorgung gibt es allerlei Angebote: Bauhöfe oder Feuerwehren holen die Bäume ab. Wer sie dem Sontraer Karl-Heinz Gieseler gibt, rettet sogar Ameisen das Leben.

Wohin mit den ausgedienten Weihnachtsbäumen? Diese Frage stellen sich Anfang des Jahres viele Leute. Karl-Heinz Gieseler schlägt vor, sie ihm zu geben. Der Naturschutzbeauftragte und ausgebildete Ameisenheger aus Sontra schreddert Bäume und hält mit dem Kleinholz sowie den Nadeln vom Aussterben bedrohte Ameisenvölker am Leben. Dieses Jahr hat er aus dem Stadtgebiet schon insgesamt 150 Stück erhalten – und auch aus dem Vorjahr sind sogar noch welche übrig.

„Das ist viel sinnvoller, als die Weihnachtsbäume zu verbrennen. Das schadet nämlich der Umwelt, und bei den Ameisen kommt es der Natur zu Gute“, erklärt Gieseler. Denn Nadelholz, in der Regel von der Fichte oder der Tanne, sei ein wichtiger Baustoff für Tiere. Das gelte insbesondere für die Ameisen beziehungsweise ihre Nester. Die am häufigsten hier vorkommende Waldameise ist die Formica polyctena, die kleine rote Waldameise, erklärt der Experte. „In der heutigen Zeit wird immer weniger Nadelholz angebaut. Die nützlichen Tiere, die unter Naturschutz stehen, haben es besonders schwer, geeignetes Baumaterial zu finden.“

Durch die Baumspenden hat sich die Situation für die Ameisen verbessert

Früher hätte er sich im Wald bei Donnershag beispielsweise um rund 60 Ameisenvölker gekümmert, heute seien noch etwa sieben davon am Leben. „Mit der Spende von Weihnachtsbäumen können die Menschen einen wichtigen Beitrag leisten, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Durch die Baumspenden in den Vorjahren hat sich die Situation schon etwas verbessert“, sagt Gieseler. Das Problem sei, dass sich das Schwarzwild mittlerweile sehr stark an den Nestern zu schaffen machen würde. „Sie werden zum Teil bis auf den Grundstock aufgebrochen. Sobald dann Wasser oder Frost eintritt, sind die Ameisen verloren“, mahnt der Heger.

Erkennt er die Schädigung früh genug und hat ausreichend Schreddergut sowie ein paar Äste parat, kann Gieseler die Schäden mildern. „Das Schreddern bringt den größeren Nutzen. Wenn ich im März das Material verteile, tragen die Ameisen es ins Nest und verbauen es.“

Das Projekt ist zum Nachahmen gemacht

Hier sind sie von Nutzen: Die Weihnachtsbäume werden geschreddert und vor den Ameisennestern verteilt.

Karl-Heinz Gieseler findet, dass sein Projekt eines zum Nachmachen ist. „Bei Lehrgängen von Ameisenhegern tauschen wir uns aus. Die Idee ist noch nicht weit verbreitet. In Bayern gibt es aber zum Beispiel einen kleinen Ort, in dem die Gemeinde alle Bäume diesem Zweck zuführt“, berichtet der 72-Jährige. Zusätzlich zu den „normalen“ Bäumen hat Gieseler in den Vorjahren immer noch die große Fichte von der Stadt auf dem Sontraer Marktplatz bekommen und hofft darauf auch dieses Jahr. Dank richtet der Naturschützer an die Wichmannshäuser Firma Iffert sowie seine Nachbarn, die fleißig gespendet hätten.

Karl-Heinz Gieseler nimmt das ganze Jahr über Fichten oder Tannenmaterial an. Ab Frühjahr bietet er zudem wieder naturkundliche Führungen an, in denen es mitunter um die Waldameisen geht.

Kontakt: zur Absprache der Weihnachtsbaumabgabe, Tel. 0 56 53 / 71 22.

Weihnachtsbäume adé: Termine zum Einsammeln der Tannen in der Region

So schön der Weihnachtsbaum in der Adventszeit aussieht: Spätestens wenige Tage nach Neujahr wird er abgeschmückt und landet auf der Straße. Da die Bäume dort nicht liegen bleiben können, gibt es zahlreiche Helfer, die sich um die Abholung kümmern. Einige Termine, wo und wann in der Region Weihnachtsbäume eingesammelt werden, erfahren Sie im Folgenden:

  • Eschwege: Wie in den vergangenen Jahren bietet der Eschweger Baubetriebshof allen an die Biomüllabfuhr angeschlossenen Bürger an, kostenlos ihren Weihnachtsbaum mit der Biomüllabfuhr abholen. Hierzu stellen Sie den abgeschmückten Baum, ohne Lamettareste, zur Abfuhr bereit. Seit dem Jahr 2017 werden die Bäume separat von der Biomüllabfuhr eingesammelt. Wann Sie den Service des Baubetriebshofes in Anspruch nehmen können, erfahren Sie in Ihrem Abfallkalender.
  • Sontra: Die Abfuhr der Tannenbäume in Sontra ist laut dem aktuellen Abfallkalender der Stadt bereits erfolgt. In Mitterode werden die Bäume am Samstag, 12. Januar, ab 14 Uhr eingesammelt; in Ulfen und Wichmannshausen am selben Tag gegen 10 Uhr. In den beiden Letztgenannten erfolgt die Abgabe gegen eine Spende für die Jugendfeuerwehr. Stellen Sie die Weihnachtsbäume ungeschmückt an der Straße bereit.
  • Waldkappel: Für Sonntag, 13. Januar, plant die Freiwillige Feuerwehr Waldkappel eine Sammelaktion. Los geht es ab 11 Uhr. Anschließend ab 17 Uhr gibt es ein Hutzelfeuer am Gerätehaus. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.
  • Wehretal: Die Entsorgung der Bäume obliegt den Einwohnern der Gemeinde selbst oder den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren in den Ortsteilen der Gemeinde.
  • Meinhard: Die Jugendfeuerwehr aus Grebendorf ist am Samstag, 12. Januar, zwischen 9 Uhr und 12 Uhr unterwegs, um die Tannenbäume einzusammeln. Ebenfalls sammelt die Feuerwehr Schwebda an diesem Tag ab 9.30 Uhr Bäume ein. Am 19. Januar sind dann die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr Frieda ab 9 Uhr unterwegs.
  • Meißner: Die Jugendfeuerwehr Meißner wird am Samstag, 12, Januar, in den Ortsteilen Alberode, Abterode, Germerode, Weidenhausen, Vockerode, Wolfterode und Wellingerode zwischen 13 Uhr und 16 Uhr Weihnachtsbäume einsammeln. Diese sollten ungeschmückt und gut sichtbar vor dem Haus abgestellt werden. Die Abholung kostet einen Euro pro Baum.
  • Berkatal: Die Jugendfeuerwehr Berkatal kümmert sich am 12. Januar ab 10 Uhr in allen Ortsteilen um das Abholen der Bäume.

Weitere Termine gibt es bei den jeweiligen Städte- und Gemeindeverwaltungen.

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