Familie dankt allen Helfern

Wie Dieter Stederoth die vermisste Frau aus Sontra in Mitterode fand

Der Retter und die dankbare Familie: Dieter Stederoth (Zweiter von rechts) mit den erleichterten Birgit, Klaus und Roland Kovac, die dem Rentner zwei Präsentkörbe mitgebracht hatten. Foto: Deppe

Mitterode. Ein Zufall sei es gewesen, dass er am Dienstagabend noch weiter gefahren sei, als sonst. Denn eigentlich wollte Dieter Stederoth mit seinem Trecker nur Siloballen einholen. Warum er einen anderen Weg wählte als sonst, kann er auch nicht genau erklären. Diese Entscheidung rettete Irmgard Kovac vermutlich das Leben.

Dass die 79-Jährige seit Freitagabend in Sontra vermisst wurde, hatte Stederoth erst Stunden zuvor in der Zeitung gelesen. Doch als er von einem Feldweg aus an einer Böschung einen menschlichen Körper liegen sah, fragte er sich sofort: „Ob das die Frau ist?“ Stederoth rief die Polizei und führte sie zu der Person, die sich als die Vermisste herausstellte.

„Fast wie ein Wunder“, sagt Irmgard Kovacs Sohn Klaus über das Auffinden. „Als die Beamten mit der Nachricht zu meinem Vater kamen, hat er ihnen schon an den Gesichtern ablesen können, dass es gute Nachrichten gibt“, sagt er. Nach vier Tagen der Suche und Sorge sei die Familie jetzt fix und fertig, aber natürlich „sehr sehr glücklich“. Erst vor fünf Wochen war das Ehepaar Kovac aus dem Ruhrgebiet nach Sontra gezogen. Wegen der schweren Demenz der 79-Jährigen sei es dem Ehemann nicht mehr möglich gewesen, seine Gattin allein zu pflegen.

„Total irre“ seien nach dem Verschwinden der Seniorin die Reaktionen in Sontra gewese, sagt Klaus Kovac. Über Tage erfuhren die Familie und die Rettungskräfte eine Welle der Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung. „Die Fußballvereine haben sich beteiligt, Reiter haben mitgeholfen, viele der Helfer hatten ja auch Kosten“, zeigt sich Kovac dankbar. Bei Dieter Stederoth schaute er am Mittwochnachmittag vorbei, um sich persönlich zu bedanken.

Dem Alten- und Pflegeheim Wichmannswiese, aus dem die Seniorin verschwand, macht Kovac keine Vorwürfe. „Das Heim macht gute Arbeit, alle Schwestern dort sind total engagiert“, sagt Kovac. In den nächsten Tagen wolle man sich trotzdem zusammensetzen, vor allem um zu überlegen, wie solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden könnten.

Von Lasse Deppe

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