Zurück zum Weiß

Katholische Kirche in Sontra wird für 900.000 Euro renoviert

Baustelle Kirche: Die Renovierungsarbeiten innen und außen sollen im Frühjahr abgeschlossen sein. Die Fassade wird wieder weiß. Foto: Deppe

Sontra. Ein Abgrund tut sich derzeit vor der katholischen Kirche in Sontra auf. Und das im wörtlichen Sinne: Ein Bagger hat rings um das Gebäude an der Thingstätte mehrere Meter tief die Erde ausgehoben. Feuchtigkeit war an mehreren Stellen ins Gemäuer eingedrungen. Die Kirche wird für rund 900.000 Euro renoviert.

Behoben werden dabei gleich mehrere Mängel des 1957 erbauten Gotteshauses. „Uns ist lieber, wenn alles auf einen Rutsch erledigt wird, als immer nach und nach was machen zu müssen“, sagt Pfarrer Joachim Hartel, der in der angrenzenden Pfarrwohnung lebt. Um Kosten zu sparen, bekommt das Gebäude ringsum eine neue Isolierung sowie eine Gasheizung. Einsparungen von bis zu 1500 Euro würden das laut Hartel jährlich bedeuten. Zudem wird das Dach wegen vieler poröser Ziegel erneuert. Zum Schluss erhält das Gebäude auch seine ursprüngliche Farbe – ein gebrochenes Weiß – zurück.

Alles auf Anfang: Das gilt auch für Teile des Innenraumes, der von zwölf Säulen getragen wird, von denen derzeit aber nur acht sichtbar sind. Die Idee hinter den Säulen ist aber nicht nur architektonischer Natur, sondern nimmt direkten Bezug zur Bibel.

Komplett neu hergerichtet wird der Beichtstuhl. „Der Einzige, der hier im Moment beichtet, ist der Holzwurm“, sagt Hartel mit Blick auf die stark lädierten Holzbänke. Besucher, die einfach nur das Gespräch mit dem Pfarrer suchen, können das bald in einem gesonderten Gesprächsraum machen, der in einem neuen, auf modernen Stelzen stehenden Anbau eingerichtet wird. „Das wurde längst Zeit, damit wir nicht mehr alles so zwischen Tür und Angel klären müssen“, sagt Hartel, der so auch ältere Menschen nicht immer erst über die Treppe ins Untergeschoss bitten muss.

„Das Wichtigste ist, dass sich die Menschen hier wohlfühlen und es nicht mehr so kalt ist“, sagt Hartel. Dazu gehöre auch, dass die Zugänglichkeit verbessert wurde. Nachdem die Bauarbeiten, die Ende Mai begonnen haben und größtenteils vom Bistum Fulda finanziert werden, voraussichtlich im Frühjahr abschlossen sind, ist die katholische Kirche endgültig barrierefrei.

Von Lasse Deppe

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