Neugeborene am 5. Mai von Tier getötet

Beim Riss der Kälber in Hübenthal könnten zwei Wölfe beteiligt gewesen sein

Gerissen: Landwirt Johannes Krug aus Hübenthal bei einem der in der Nacht zum 5. Mai dieses Jahres gerissenen Kälber auf einem Feld nahe der Weide, wo die Jungtiere mit ihren Müttern standen.
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Gerissen: Landwirt Johannes Krug aus Hübenthal bei einem der in der Nacht zum 5. Mai dieses Jahres gerissenen Kälber auf einem Feld nahe der Weide, wo die Jungtiere mit ihren Müttern standen.

Hübenthal/Hamburg – Im Fall der am 5. Mai dieses Jahres gerissenen neugeborenen beiden Kälber auf einer Weide im Sontraer Ortsteil Hübenthal liegt jetzt das genetische Gutachten des Hamburger forensischen Institutes Forgen vor, das eine sogenannte B-Probe der Risse untersucht hat.

Während das Institut Senckenberg Naturschutzgenetik, das Genproben im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zu dem Ergebnis kam, dass die beiden Kälber von der dort als ansässig geltenden Stölzinger Wölfin gerissen wurden, sieht Forgen Hinweise darauf, dass mehrere Tiere an dem Rissgeschehen beteiligt waren.

Bei allen drei von Forgen untersuchten Proben deute die Auswertung auf Vertreter der Canide (Wölfe) hin. Bei einer Probe handele es sich „höchstwahrscheinlich“ um einen Wolf, schreibt das Institut in seiner Zusammenfassung. Es sei aber nicht auszuschließen, dass es sich um einen Wolfsmischling handeln könne – also einen Hybriden.

Sicher ist sich das Institut hingegen, dass an den Kälberrissen in Hübenthal mindestens zwei weibliche Tiere beteiligt waren, die eng miteinander verwandt sind. „Auf jeden Fall entstammen sie einer gemeinsamen mütterlichen Linie“, so Forgen.

In Hübenthal hatte Landwirt Karl-Otto Krug am Morgen seine beiden ein und zwei Tage alten Kälber vermisst. Beide Jungtiere hatte er auf einem nahe gelegenen Feld entdeckt.

Einem war der komplette Brustkorb aufgerissen und weggefressen, bei dem anderen klaffte ein riesiges Loch im Bauch. Bei beiden Tieren gab es keinen Kehlbiss. Das HLNUG geht bisher davon aus, dass es in der Region nur die Stölzinger Wölfin gibt. Erst vorige Woche war ein Wolf von einer Wildkamera eines Jägers bei Waldkappel erfasst worden. Ob es sich dabei um die Stölzinger Wölfin oder ein anderes Tier handelt, ist bisher nicht bekannt.

Von Stefanie Salzmann

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