Freie Fahrt frühestens ab 2030

A44: 70 Kilometer lange Autobahn wird rund 1,8 Milliarden Euro kosten

+
Neu ausgebaute A7: An der Crumbacher Brücke nahe des A7/A49-Autobahnkreuzes Kassel-Mitte ist die Fahrbahn in Richtung Süden schon fertig. Es wurden bereits die Fahrstreifen markiert – drei für den Durchgangsverkehr, der vierte Fahrsteifen als durchgehende Auf- und Abfahrtsspur. Wenn auch die Fahrbahn Richtung Norden fertig ist, wird als Abschluss noch Flüsterasphalt aufgebracht.

Kreis Kassel. An vielen Stellen wird die A44 derzeit auf einer Länge von 70 Kilometern von Kassel in Richtung Osten neu gebaut. In einer Serie stellen wir die aktuellen Baufortschritte vor.

Bis die rund 1,8 Milliarden Euro teure A 44 von Kassel bis zur A 4 bei Herleshausen komplett befahrbar ist, wird möglicherweise noch das Jahr 2030 vergehen. Grund ist das Teilstück zwischen Kassel und Helsa (Abschnitt 2), das sich noch in der Planung befindet. Andere Abschnitte sind dagegen schon viel weiter oder seit Jahren bereits fertig, Alle Abschnitte, an denen jetzt noch geplant oder gebaut wird, werden hier vorgestellt. Heute Bauabschnitt 1:

Achtstreifiger Ausbau der A7

Auf 6,2 Kilometern Länge wird derzeit die A 7 zwischen dem A 7/A 44-Autobahndreieck Kassel-Süd bis zur Anschlussstelle Kassel-Ost auf acht Fahrstreifen ausgebaut (jetzt noch sechsstreifig). Der Ausbau hängt unmittelbar mit dem Weiterbau der A 44 ab Kassel-Ost in Richtung Osten bis zur A 4 bei Herleshausen zusammen. Denn wenn dieser 70 Kilometer lange A 44-Neubau erst einmal fertig ist, dann wird nach Prognosen von Hessen Mobil auch der Verkehr auf der A 7 zwischen Kassel-Süd und -Ost deutlich zunehmen (jetzt 90.000 Fahrzeuge, nach der A 44-Fertigstellung 116.000 Fahrzeuge pro Tag).

Lärmschutz

Zeitgleich wird auch der Lärmschutz auf der Westseite der A 7 vervollständigt und erhöht – einerseits im Bereich der Brücken über den Waldauer Weg und der Ochshäuser Straße (Erhöhung auf 7,5 Meter), andererseits im Bereich zwischen Lindenkopfbrücke bis zur Losse-Talbrücke (Erhöhung bis auf 16 Meter).

„Bis Weihnachten wird der Lärmschutz auf der Westseite so weit fertig sein, dass dann auch die Fahrbahn in Richtung Süden bis August 2018 komplett ausgebaut werden kann“, sagt Reinhold Rehbein, Dezernatsleiter bei Hessen Mobil. Bislang ist diese Fahrbahn nur im Bereich des A 7/A 49-Kreuzes Kassel-Mitte in ganzer Breite befahrbar.

Kurz vor der Vollendung: Der 7,5 Meter hohe Lärmschutz auf der A7-Brücke über dem Waldauer Weg in Kassel.

Bergshäuser Brücke

„Ab dem Sommer 2018 wird dann erst mal Pause an der A7 gemacht“, sagt Rehbein. Grund sei die anstehende Sanierung der Bergshäuser Brücke (A44 bei Fuldabrück). Um Staus zu vermeiden und um zur Entlastung der Bergshäuser Brücke die Verkehrsströme auch über die A49 bei Kassel (Südtangente) umzulenken, werde deshalb bis zum Jahr 2019 auf weitere Bautätigkeiten auf der A7 verzichtet.

Erst wenn die Sanierung der Bergshäuser Brücke abgeschlossen sei, werde der A7-Ausbau 2019 fortgesetzt. „Dann ist die Fahrbahn Richtung Norden an der Reihe“, sagt Rehbein. Auch dort wird dann der noch fehlende Lärmschutz auf der Ostseite im Bereich der Ochshäuser Straße und des Waldauer Weges komplettiert. „Bis zum Jahr 2021 wird uns das Ganze wohl beschäftigen“, sagt Rehbein.

Um die ganze Grafik zu sehen, klicken Sie oben rechts.

Fahrspuren werden enger

Der achtspurige Ausbau der A 7 über die gesamten 6,2 Kilometer erfolgt nicht dadurch, dass die Straße verbreitert wird. Wegen Platzmangels und der Lärmschutzwände rechts und links der Autobahn war das nur um wenige Zentimeter möglich. Deshalb müssen die Fahrspuren verengt werden, um überhaupt vier Fahrstreifen pro Richtung auf die Straße zu bekommen.

So wird jeder Fahrstreifen nach dem Ausbau statt 3,75 Meter nur noch 3,50 Meter breit sein. Der Mittelstreifen mit Betonleitplanken wird deutlich verengt. „Doch das entspricht immer noch dem Standard“, sagt Rehbein. „Selbst ein 2,50 Meter breiter Standstreifen ist noch drin“.

Für den achtstreifigen Ausbau der A7 mit Lärmschutz sind 93 Millionen Euro veranschlagt. „Es wird wohl weniger werden“, sagt Rehbein.

Im nächsten Teil der Serie werden die Bauabschnitte 2 (Kassel-Ost bis Helsa-Ost) und 3 (Helsa-Ost bis Hessisch-Lichtenau) vorgestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare