Neues Leben in alten Mauern

Arbeitsgruppe „Leerstand in Waldkappel und Umgebung“ hat sich jetzt gebildet

Der Impuls stieß auf Interesse: In einer Online-Konferenz ging es darum, wie Leerstand in Waldkappel künftig wieder mit Leben erfüllt werden kann.
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Der Impuls stieß auf Interesse: In einer Online-Konferenz ging es darum, wie Leerstand in Waldkappel künftig wieder mit Leben erfüllt werden kann.

Seit einigen Monaten gibt es wieder Leben in der Fuchsmühle in Waldkappel. Eine Gemeinschaft junger Menschen mit Ideen und Gestaltungswillen ist eingezogen und hat sich unter anderem das Motto „Region im Wandel“ auf die Fahnen geschrieben. Jetzt haben sie mit Organisator Robin Dirks zum ersten Mal zu einer Online-Veranstaltung eingeladen und zwar zum Thema „Leerstand in Waldkappel“.

Waldkappel - Ziel ist es, eine Arbeitsgruppe zu bilden, um dem Problem in der Stadt künftig aktiv etwas entgegenzusetzen. Gut zwanzig Teilnehmer aus Waldkappel und darüber hinaus zeigten Interesse und brachten sich zur ersten Sitzung auch schon sehr aktiv in das Gespräch ein.

Eröffnet wurde der Abend durch Bürgermeister Frank Koch, der die Unterstützung der Stadt Waldkappel zusagte. „Die Stadtverwaltung hat auch die Aufgabe, die Planung und Weiterentwicklung Waldkappels voranzutreiben“, sagte er.

In einem Impulsvortrag zeigte Thomas Meier, wie es gehen kann. Er gehört der Initiative „LeerGut-Agenten“ an, die in Thüringen bereits äußerst erfolgreich neues Leben in alte und leer stehende Gebäude bringt.

Auf Schloss Tonndorf etwa ist eine größere Gemeinschaft von Menschen aller Altersstufen eingezogen, die das Areal beleben und sanieren, die einen Kindergarten, eine Gewerbeküche, Landwirtschaft, Imkerei, Café und einen Seminarbetrieb aufgebaut haben, Lebensraum bieten und Arbeitsplätze geschaffen haben.

„Unser nächster Schritt ging dann in die Region hinaus“, berichtete Thomas Meier. „In unserem Tal gibt es acht Dörfer, die sich für gemeinwohlorientierte Projekte engagieren. Unsere Erfahrung: Projekte, die in die Region hinaus wirken, erhalten öffentliche Aufmerksamkeit.“

So habe sich in Thüringen bereits ein großes Netzwerk von Initiativen gebildet, die sich gemeinsam mit dem Thema Leerstand beschäftigen und sich etwa überlegen, wie Jung und Alt zusammenleben können. Von diesem Vorbild möchte die Arbeitsgruppe in Waldkappel lernen.

In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmer ihre Ideen austauschen und sammeln. Für den Stadtverordneten Jörg Heckmann etwa war die Frage wichtig: „Wie können wir neue Bürger für Waldkappel gewinnen oder die Schaufenster von leer stehenden Geschäften wieder füllen?“ Torsten Hatt brachte ein Beispiel aus England, in dem leere Schaufenster zuerst mit Bildern gefüllt wurden, die zeigten, was in diesem Laden angeboten werden könnte. Kurz darauf seien die ersten Läden tatsächlich wieder eröffnet worden.

Ideen, was man mit einem leeren Gebäude anfangen könnte, wurden an diesem Abend viele gesammelt.

In Waldkappel und Umgebung soll nun ein Leerstands-Register aufgestellt werden, um sich einen Überblick zu verschaffen. Auf die Frage, ob es sinnvoll sei, ein Neubaugebiet auszuweisen, wenn in der Innenstadt Gebäude leer stehen, sprachen sich die Teilnehmer für ein „Sowohl als auch“ aus. Es gebe eben unterschiedliche Wohnbedürfnisse.

Die Arbeitsgruppe will ihre Ideen nun weiterentwickeln und eine Expertise aufbauen, woher man etwa Fördergelder bekommen könnte.

Info und Kontakt: Wer mitmachen will, meldet sich bei Robin Dirks. E-Mail an regionimwandel@riseup.net

Von Kristin Weber

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