Kontrolle der Wehr

Auch in Waldkappel drückt der Schuh - über den Bericht des Technischen Prüfdienstes

Stadtbrandinspektor Waldkappel
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Stadtbrandinspektor Waldkappel

In den vergangenen Monaten wurden die Feuerwehren im Werra-Meißner-Kreis vom Technischen Prüfdienst des Landes Hessen unter die Lupe genommen – auch die Wehr der Stadt Waldkappel.

Waldkappel – Bei der alle fünf Jahre stattfindenden Kontrolle werden Gerätschaften und Feuerwehrhäuser auf Mängel geprüft. Diese werden in die Ampelkategorien Rot, Gelb und Grün eingeordnet. Wir sprachen mit Carsten Degenhardt, Stadtbrandinspektor von Waldkappel, über das Ergebnis der dreitägigen Prüfung.

Rot

Die meisten Beanstandungen im roten Bereich, die also unverzüglich und kurzfristig zu beheben sind, sind laut Degenhardt bei der Waldkappeler Feuerwehr gebäudetechnischer Natur. „Unsere Häuser sind älter und die technischen Richtlinien haben sich weiterentwickelt.

Auch die Feuerwehrfahrzeuge werden immer größer“, so der Stadtbrandinspektor. Einige der Häuser in der neben der Kernstadt 14 Stadtteile zählenden Kommune seien am Rande ihrer Dimension angekommen. Bei der Ausrüstung seien unter anderem vier Tragkraftspritzen technisch nicht mehr in Ordnung gewesen, hätten ihre Leistungswerte nicht mehr erreicht und würden repariert werden. Hebekissen und Sprungpolster hätten aus Altersgründen ebenfalls neu beschafft werden müssen.

Wie die anderen Feuerwehren im Werra-Meißner-Kreis kommen auch die Waldkappeler nicht um das bekannte Problem mit den Stiefeln umhin: Viele Wehren sind mit Stiefeln der Form C ausgerüstet. Das Land schreibt aber seit 2012 die Form D vor. Die Stiefel, die im Kreis am häufigsten genutzt werden, sind daher nur 24 statt der vorgeschriebenen 28 Zentimeter hoch, erfüllten aber ansonsten alle Sicherheitsanforderungen.

Würden die Stiefel neu beschafft werden, müsste dank interkommunaler Zusammenarbeit ein Preis von 135 Euro pro Paar gezahlt werden, sagt Degenhardt. Für alle Feuerwehrleute im Kreis würden geschätzt zwischen 1800 und 2500 Stiefel benötigt. Da das Problem hessenweit bestehe, werde aktuell an einer Lösung gearbeitet.

Laut Degenhardt wollen sich die Brandschutzdezernenten der Regierungspräsidien Kassel, Darmstadt und Gießen mit der Unfallkasse austauschen.

Orange

Unter die Kategorie Orange seien in Waldkappel beispielsweise Mängel an Fahrzeugen aufgefallen wie etwa kaputtes Blinkerglas. Auch der Schutzanstrich einer Leiter aus Holz sei bemängelt worden.

Grün

„Bei uns wurden dort beispielsweise Dinge aufgelistet wie zu wenig Dusch- und Waschmöglichkeiten in den Feuerwehrhäusern“, so Degenhardt. Hinzu kämen beispielsweise fehlende Stellplätze für die Privatfahrzeuge der Einsatzkräfte vor den Wachen.

Das Fazit falle seiner Meinung nach durchwachsen aus, so Carsten Degenhardt. „Es gibt dann doch einige Standorte, bei denen nachgebessert werden muss“, sagt der Stadtbrandinspektor. Er sehe aktuell Schwierigkeiten, dies zu einem erträglichen finanziellen Maße für die Kommune hinzubekommen.

Grundsätzlich seien die Vorschriften zum Schutz der Feuerwehrangehörigen geschaffen worden, für eine Kommune in der Flächenlage sei es aber extrem schwer, diesen in allen Bereichen sofort nachgehen zu können und Investitionen im kommunalen Haushalt unterzubringen.

„Das ist ein immenser finanzieller Faktor“, sagt Degenhardt und nennt als Beispiel das Feuerwehrgerätehaus Friemen. Hier kämen laut einer Planung rund eine Million Euro für den Bau auf die Kommune Waldkappel zu (wir berichteten). „Wenn man so ein Haus richtig baut, dann sind die beanstandeten Probleme aber auch für viele Jahre weg“, so Carsten Degenhardt. . (Von Maurice Morth)

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