Auge in Auge mit dem Wolf

Hundehalterin aus Burghofen sichtet Raubtier wohl in 50 Meter Entfernung

Ein Hund steht vor einer verschneiten Wiese.
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Die Frau sagt: Es ging mir auch um meinen Hund, ich wollte keine Auseinandersetzung mit dem Wolf riskieren.“

Nachdem am Sonntagmorgen auf einem Feld bei Burghofen ein vermutlich von einem Wolf gerissenes Rehkitz entdeckt wurde (WR berichtete), wurde der mutmaßliche Verursacher am Montagnachmittag gegen 16 Uhr in unmittelbarer Nähe des Ortes gesichtet.

Burghofen – Die Hundehalterin Tanja W. (Name von der Redaktion geändert) war mit ihrem Mischling unterwegs, als sie den Wolf in zirka 50 Meter Entfernung gesehen haben will. „Das Tier war deutlich größer als ein normaler Hund und auch anders gefärbt“, sagt sie. Außerdem sei zu dem Zeitpunkt kein Hundehalter in der Nähe gewesen.

„Mein Hund hat den Wolf offenbar schon auf dem Weg gewittert, der wollte nämlich schon nicht so richtig“, berichtet sie. Als sie einen Moment später das Tier dann selbst sieht, macht sie kehrt und geht zurück in Richtung Dorf. „Es ging mir auch um meinen Hund, ich wollte keine Auseinandersetzung mit dem Wolf riskieren.“ Wenn man dort wohne, rechne man inzwischen schon mit Sichtungen. „Es gibt genug Leute im Schemmergrund, die den Wolf schon gesehen haben“, weiß sie.

Nach der Sichtung am Montagnachmittag informiert der Revierpächter Carl-Heinz Eberth auch den Nebenerwerbslandwirt Martin Walper, dessen 16 Schafe auf einer Weide wenige hundert Meter von der Sichtungsstelle entfernt standen. „Ich habe in der Nacht nach dem Rissfund schon schlecht geschlafen“, sagt Walper. Also entschließt er sich, seine Tiere von der Weide zu holen – abends in der Dunkelheit kein risikoloses Unterfangen. Gemeinsam mit Frau und Sohn treiben sie die Tiere abends auf ihren Hof. Walper hält die Schafe zur Grünlandpflege verstreut liegender Flächen. Dabei geht es um Flächen, die nicht mehr gemäht, sondern nur noch beweidet werden sollen, erklärt der Landwirt. Über verschiedene Förderprogramme werde dies gefördert. „Wenn ich jetzt meine Schafe verliere, kann ich meinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen“, sagt er. Walper ist wie viele im Ort davon überzeugt, dass es in der Gegend neben der als dort als resident geltenden Stölzinger Wölfin noch weitere Wölfe gibt.

Nachdem der Revierpächter am Sonntag den Riss auf dem Feld entdeckt hatte, konnte er später auch etwa 200 Meter vom Rissort eine passende Spur ausmachen. Demnach war der Wolf dann in Richtung Schemmern über das Feld gezogen.

Von Stefanie Salzmann

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