Auffahrt zieht Verkehr an

Ein Jahr nach A 44-Freigabe: Keine Entlastung für Bischhausen

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Viel los: Andrang gab es nicht nur bei der Freigabe des A 44-Abschnitts von Hessisch Lichtenau bis zur Abfahrt Waldkappel, wie hier zu sehen, sondern seither auch vermehrt in der Ortsdurchfahrt Bischhausens.

Bischhausen. Vor einem Jahr wurde die A-44-Strecke bei Waldkappel für den Verkehr freigegeben. Wir haben mal nachgefragt, was es für die bisherigen Durchfahrtsorte gebracht hat.

„Die Auffahrt zieht den Verkehr an“, sagt Bischhausens Ortsvorsteher Lothar Hellwig etwa ein Jahr nach der Freigabe des Autobahn-44-Abschnitts zwischen Waldkappel und Hessisch Lichtenau. Denn der Stadtteil wurde durch die Autobahn als Option zur B 7 keineswegs entlastet. Im Gegenteil: Mehr Autos und Lkw fahren laut Hellwig durch Bischhausen.

Das Problem sei, dass alle Verkehrsteilnehmer, die von Osten kommen und auf die A 44 fahren wollen, erst mal durch Bischhausen durchmüssten, um dann die Auffahrt zu nehmen. „Eine Entlastung im Durchfahrtsverkehr ist hier bei uns erst zu erwarten, wenn die nächste Auffahrt Ringgau bei Wichmannshausen freigegeben wird, was nach meinem Kenntnisstand 2021 der Fall sein wird“, sagt Hellwig.

Zwei Jahre lang müssten alle Bischhäuser also noch „durchhalten“. Denn nicht nur Hellwig nimmt den gestiegenen Verkehr in dem Dorf, durch das die B 7 direkt verläuft, wahr. „Nein, das tragen mir auch viele Leute aus dem Ort zu, mit denen ich mich unterhalte“, berichtet der Ortsvorsteher, der als Hauptstraßen-Anwohner selbst aus Erfahrung spricht.

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Gefährlich: Vor allem nachts rasen Laster durch den Ort

"Wie schnell die Lkw hier ab 22 Uhr abends durchrauschen, ist für uns Bischhäuser schon gefährlich", sagt Lothar Hellwig, Ortsvorsteher Bischhausen.

Das gelte für Autos ebenso wie für Lastwagen – gerade zu den Stoßzeiten. „Dazu kommt das Problem, dass Lkw hier nachts ziemlich flott fahren. Wie schnell die hier ab 22 Uhr abends durchrauschen, ist für uns Bischhäuser schon gefährlich. Das merke ich immer wieder, wenn ich zu der Zeit noch zu Fuß durch den Ort gehe“, sagt Lothar Hellwig.

Wichtig sei auch, dass der Autobahnabschnitt zwischen Helsa und Kassel fertiggestellt würde, um die Ost-West-Verbindung zu komplettieren. „Aber schon die Freigabe des nächsten Abschnitts dürfte uns eine klare Verkehrsentlastung bringen, dann werden weniger Auto- und Lkw-Fahrer die B 7 nehmen“, so der Ortsvorsteher.

Bei der Freigabe vor einem Jahr hatte Mathias Samson, Staatssekretär im Hessischen Verkehrsministerium, die Entlastungen für Küchen (Hessisch Lichtenau), Hasselbach, Harmuthsachsen und Waldkappel vom Durchgangsverkehr der B 7 prognostiziert, als das 11,5 Kilometer lange A 44-Teilstück zwischen Hessisch Lichtenau und Waldkappel freigegeben wurde. „Die Sicherheit und die Lebensqualität der Anwohner der Bundesstraße wird sich erheblich verbessern“, sagte Samson. In Bischhausen ist das Gegenteil eingetreten – vorerst.

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