Demografischen Wandel stoppen

Baulückenkataster für das Waldkappler Stadtgebiet ist bereits erstellt

Leipziger Straße in der Kernstadt: In Waldkappel stehen einige Gebäude leer.
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Leipziger Straße in der Kernstadt: In Waldkappel stehen einige Gebäude leer.

Wo sind Baulücken und welche Häuser stehen leer? Um sich darüber einen Überblick zu verschaffen, hat Waldkappel in den vergangen Jahren einen Flächennutzungsplan erstellt.

Waldkappel – Die Stadt Waldkappel hat sich vor rund sechs Jahren zum Ziel gesetzt, einen neuen Flächennutzungsplan aufzustellen. Neuigkeiten dazu verkündete Waldkappels Bauamtsleiter Matthias Wittich auf Anfrage der SPD- und CDU-Fraktion auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.

Mit dem Flächennutzungsplan soll die städtebauliche Entwicklung gesteuert werden. Das ist dringend notwendig: Ausgehend vom Jahr 2019 könnte sich die Einwohnerzahl bis 2035 um 14 Prozent auf 3637 zurückentwickeln, hatte Christoph Henke vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Witzenhausen im vergangenen Jahr über die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in Waldkappel mitgeteilt.

Für die Umsetzung habe die Stadt zwei Hausaufgaben zu erledigen, so Matthias Wittich. Das sei zum einem, ein Baulückenkataster und zum anderen ein Leerstandskataster zu erstellen. „Das Baulückenkataster liegt bereits vor“, so der Bauamtsleiter.

Zeitnah werde ein Serienbrief mit einem Fragebogen erstellt, der an die Eigentümer von noch unbebauten Grundstücken versendet werde. „Damit können wir dann gegenüber der Regionalplanung beim RP Kassel begründen, warum eine Baulücke vorhanden ist. Beispielsweise wenn ein Eigentümer nicht verkaufen möchte“, sagt Wittich. Bei dem Baulückenkataster sei man aber auf die Mitwirkung der Bürger angewiesen: „Wir werden mit einer gewissen Dunkelziffer rechnen müssen, weil wir nicht in allen Fällen Antworten erhalten werden.“

Sobald die neuen Ortsvorsteher im Amt seien, werde man diese außerdem darum bitten, anhand einer Liste in ihren Stadtteilen nachzusehen, welche Häuser leerstehen, so Wittich.

Danach werde man deren Eigentümer kontaktieren, um herauszufinden, was damit passieren könne. Angedacht sei, die neu gegründete Arbeitsgruppe Leerstand (wir berichteten) einzubeziehen und die zum Verkauf stehenden Objekte auch im Internet für den Verkauf aufzuführen.

Gänzlich die Hände gebunden sind Waldkappel bei der Stadtentwicklung momentan aber auch nicht: „Mit dem Geld, das wir im Haushalt eingestellt haben, können wir theoretisch zwei Baugebiete und ein Gewerbegebiet entwickeln – selbst ohne Flächennutzungsplan“, so Wittich. Möglich sei das, weil man als Stadt ein „gewisses Eigenentwicklungspotenzial“ habe, welches man nutzen könne.

Von Maurice Morth

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