Nächtelang haben sie als Bedienungen geschuftet - jetzt spenden sie ihren Verdienst an Bedürftige

Das Waldkappler Serviceteam erinnert sich an alte Zeiten im Felsenkeller.
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Das Waldkappler Serviceteam erinnert sich an alte Zeiten im Felsenkeller.

In nächtelanger Arbeit hat ein befreundetes Serviceteam aus Waldkappel sich ein kleines Vermögen angespart. Das Geld wollen sie jetzt vor Weihnachten an Bedürftige spenden.

Nächtelanges Arbeiten an Wochenenden zahlt sich nun für Bedürftige aus: Die ehemalige Bediengruppe aus Waldkappel spendet ihren Verdienst von 1200 Euro für gute Zwecke. 500 Euro wurden an die Eschweger Tafel gespendet, 100 Euro kommt Familie Schweinsberg aus Rambach zugute, 300 Euro gehen an den Förderverein Winternotprogramm Hamburg und weitere 300 Euro werden auf offener Straße an Hilfsbedürftige verteilt.

„Gerade in der kalten Jahreszeit vor Weihnachten gibt es viele Menschen, denen das Geld helfen wird“, sagt der Organisator des Serviceteams, Holger Schiller. 

Der Anfang liegt ein viertel Jahrhundert zurück

Angefangen hat alles vor zirka 25 Jahren, als sich eine Gruppe von Jugendlichen bildete, die an Wochenenden auf Kirmessen und später auch auf privaten Feten bediente. ,,Es war eine schöne Zeit, mit dem Team kam auf jeder Party Stimmung auf“, erinnert sich Schiller.

Seit zirka zehn Jahren gibt es die Gruppe in dieser Konstellation nicht mehr. Jedoch blieb das Gemeinschaftskonto, auf dem das erarbeitete Geld über viele Jahre einging.

Geld geht an Menschen die auf der Straße ums Überleben kämpfen 

Also traf sich die Gruppe am Freitag zum Abendessen, um in alten Erinnerungen zu schwelgen. Als Schiller den Kontostand verkündete, war klar, dass weder das Essen für 14 Leute noch die anschließende Kneipentour das Konto leeren könne. 

Sie beschlossen, einen Teil des Geldes in die Region und einen weiteren Teil an Menschen zu spenden, die in der kalten Jahreszeit ums Überleben auf der Straße kämpfen.

,,In Hamburg leben 2000 Menschen auf der Straße. Als ich letztens dort war, ist mir die Not ganz bewusst aufgefallen“, sagt Schiller. Im Dezember sei er wieder dort, dann werde er sich einen Platz auf der Reeperbahn suchen und die Leute beobachten, ob sie Hilfe benötigen.

Suchtkranke kriegen keine Unterstützung 

„Natürlich geht das Geld an keine Suchtkranken. Ich habe Erfahrungen und denke, das unterscheiden zu können.“ Auch versuche er, vorher das Gespräch zu den Leuten auf der Straße zu suchen. Schließlich helfe das vielen Menschen zusätzlich, wenn sich jemand für sie interessiert. „Die Spende kommt zum richtigen Zeitpunkt, wie ein weihnachtlicher Segen“, sagt Siegfried Furchert von der Eschweger Tafel. Ein Teil des Geldes werde in Weihnachtsgeschenke für Kinder investiert.

Von Carolin Eberth

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