Porzellanisolatoren zerstört

Beschädigung an Bahnanlage: Unbekannte zerstören Arbeit von Bischhäuser Verein

Zwischen Bischhausen und Waldkappel richtet der Verein zum Erhalt von Signal- und Sicherungstechnik die alte Bahnstrecke in mühevoller ehrenamtlicher Kleinarbeit wieder her. 
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Zwischen Bischhausen und Waldkappel richtet der Verein zum Erhalt von Signal- und Sicherungstechnik die alte Bahnstrecke in mühevoller ehrenamtlicher Kleinarbeit wieder her. 

Zwischen Bischhausen und Waldkappel richtet der Verein zum Erhalt von Signal- und Sicherungstechnik die alte Bahnstrecke in ehrenamtlicher Kleinarbeit wieder her. Jetzt wurde die Anlage beschädigt.

Der Verein zum Erhalt von Signal- und Sicherungstechnik hat es sich zum Ziel gesetzt, der Nachwelt ein kleines Stück Eisenbahngeschichte im Werra-Meißner-Kreis zu erhalten – auch, um ein Tourismusangebot zu schaffen. Auf einer Strecke von zwei Kilometern restaurieren elf Ehrenamtliche die Bahnlinie zwischen Waldkappel und dem Stadtteil Bischhausen.

Nun gibt es allerdings einen Rückschlag. Es ist nicht der Erste in der Geschichte des Vereins.Unbekannte haben am vergangenen Montag zwischen 15 Uhr und 17 Uhr an der Bahnanlage, die sich in der Gemarkung am Dassbach in unmittelbarer Nähe zur A 44 befindet, rund 40 Porzellanisolatoren mit Steinen zerstört, die an drei Freileitungsmasten befestigt waren. Der Schaden liegt bei über 1000 Euro.

An die 40 solcher Porzellanisolatoren wurden mit Steinen zerstört.

„Die Isolatoren haben für uns einen historischen Wert, denn sie sind aus ganz Deutschland von Strecken, die abgebaut wurden, zusammengetragen worden“, sagt ein Vereinsmitglied. Ein Ehrenamtlicher, der aus dem nordrhein-westfälischen Beverungen stammt, habe in den vergangenen Wintern die Isolatoren fein säuberlich gereinigt, weil diese stark verdreckt gewesen seien. Besonders die nun zerstörten Isolatoren mit grünem Ring seien selten und heute nicht mehr zu kaufen.

Laut dem Vereinsmitglied sahen Spaziergänger zwischen 15 Uhr und 17 Uhr am Montag vier Jugendliche nahe der Bahnlinie, die auch auf dem noch nicht eröffneten A44-Abschnitt zwischen Bischhausen und Reichensachsen umherliefen. 300 Euro bietet der Verein jedem an, der Hinweise liefern kann.

Im Jahr 2010 eröffnete auf der Strecke eine Fahrrad-Draisinenbahn, die drei Jahre lang an jedem Wochenende fuhr und dann aufgrund Personalmangels eingestellt werden musste. Nach dem Rückbau der Signalanlagen und dem Bau der A 44 wurde seit 2016 nach und nach alles wieder aufgebaut und in Eigenregie finanziert. Im Frühjahr 2019 sollten wieder die ersten Draisinen fahren, doch dann wurde der Verein das erste Mal Opfer von Unbekannten. Damals zerlegten Diebe die historischen Fernsprechanlagen, die die Kommunikation vom Start zum Endpunkt gewährleisten und stahlen diese genauso wie Isolatoren und Fernsprechkästen. „Eigentlich waren wir nun fast soweit, im kommenden Sommer 2021 wieder zu öffnen, aber daraus wird jetzt wohl nichts“, sagt ein enttäuschtes Vereinsmitglied.

Hinweise nimmt die Polizei in Eschwege unter der Telefonnummer 05 65 1/92 50 entgegen. (Maurice Morth)

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