Bei Waldkappel rutscht die Fahrbahn der A 44 über das Tal der Wehre

Schiebemeister Christopher Wagner bedient die Maschine, mit der das Brückensegment bewegt wird.

Waldkappel. 600 Tonnen Beton gleiten vorwärts. Das geht so langsam, dass man es kaum sieht. Zwei Minuten für 25 Zentimeter. Christopher Wagner sorgt dafür, dass alles glattläuft. Ständig wandert sein Blick von der linken zur rechten Seite und wieder zurück.

Er kontrolliert, ob die beiden Hydraulikzylinder gleichmäßig ihre Arbeit verrichten und die rechte Fahrbahn der im Bau befindlichen Brücke der A 44 in gerader Linie über das Tal der Wehre bei Waldkappel schieben. 25 Meter kommt das im Moment 50 Meter lange Brückensegment an diesem Tag voran.

Zweimal wurde es bereits bewegt, neun weitere Schübe stehen an, bevor die gegenüberliegende Talseite erreicht ist. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Brücke jeden Montagmorgen ein Stück wachsen. Insgesamt zwei Jahre werden die Arbeiten bis zur Fertigstellung dauern.

Der Tag für die etwa 20 Bauarbeiter ging um vier Uhr morgens los. Ein letztes Mal prüften sie, ob der erst am Mittwoch der vergangenen Woche gegossene Beton die nötige Festigkeit hat. Um sieben Uhr drückt Schiebemeister Wagner die beiden Regler für die Hydraulikpumpen nach unten. Kaum hörbar setzen sie sich in Gang. Auch das Schieben selbst ist kaum zu hören.

„Wenn’s einmal richtig läuft, dann geht es ruckzuck“

Auf dem ersten Brückenpfeiler schiebt Holger Hering Teflonplatten zwischen Auflieger und Betonplattform. Auf dem äußerst strapazierfähigen Material gleitet die Brücke. „Damit es noch besser geht, wird jedes Stück vorher eingefettet“, erklärt der Bauarbeiter. Für alle Fälle sind alle Beteiligten über Funk miteinander verbunden.

Währenddessen ist Oberpolier Sören Mletzko überall auf der Baustelle zu finden. Mal sieht er sich die Stelle an, an der die Brücke das Fundament verlässt, dann bespricht er sich kurz mit Bauleiter Matthias Braun und nimmt sich anschließend die Zeit, einigen am Bau interessierten Bürgern von Waldkappel eine Kurzführung über die Baustelle zu geben.

Mit der Autobahnschieberei ist er an diesem Morgen zufrieden. „Wenn’s einmal richtig läuft, dann geht es ruckzuck“, sagt er. Es ist die vierte Brücke, die er schiebt.

Unterdessen läuft der Verkehr auf der B 7, die ebenfalls von der Brücke überquert wird, ganz normal weiter. Einziges sichtbares Zeichen ist ein engmaschiges Netz, das verhindern soll, dass ein Werkzeug oder ein loses Teil auf die Fahrbahn der Bundesstraße fällt.

Von Dieter Salzmann

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