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Der TSV Waldkappel setzt wieder auf die Jugend

Haben etwas zu bieten: Beim Tag des Mädchenfußballs kamen 35 Fußballerinnen. Mit dem Aufbau einer Mädchenmannschaft ist der Jugendabteilung in diesem Sommer ein echter Coup gelungen.
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Haben etwas zu bieten: Beim Tag des Mädchenfußballs kamen 35 Fußballerinnen. Mit dem Aufbau einer Mädchenmannschaft ist der Jugendabteilung in diesem Sommer ein echter Coup gelungen.

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Waldkappel – In einer Zeit, in der Vereine um jedes Mitglied kämpfen, setzt der TSV Waldkappel auf Expansion. Sie beklagen nicht, dass die Jugend nur noch vor dem Smartphone sitzt, sie schaffen neue Angebote, die die Kinder abholen. Mit dem Aufbau einer Mädchenmannschaft ist der Jugendabteilung, die aus einer Kooperation zwischen dem TSV Waldkappel und der SG Schemmergrund besteht, in diesem Sommer ein echter Coup gelungen.

Der Grundstein aller Überlegungen

Dabei hat sich der Erfolg schneller eingestellt, als es geplant war. Ursprünglich war das Projekt Mädchenfußball langfristig angedacht. Jetzt hat die Jugendspielgemeinschaft schon zu dieser Serie eine U9 angemeldet. Der Grundstein aller Überlegungen wurde bereits vor drei Jahren gelegt. Da nämlich gelang Jugendleiter Carsten Mielke unmittelbar nach seinem Amtsantritt das, was beiden Vereinen zuvor abging.

Mit großem Engagement und der Unterstützung zahlreicher Mitstreiter wurden die Investitionen in die Jugendarbeit erfolgreich intensiviert. Viele Nachwuchskicker haben seitdem den Weg zur JSG Waldkappel gefunden – darunter auch ein Dutzend fußballbegeisterter Mädchen. Das hat die Verantwortlichen um Mielke und TSV-Vorsitzenden Henrik Stöber ermutigt, völliges Neuland zu betreten: „Wir haben den Bedarf gespürt und uns entschlossen, Mädchen aus dem ganzen Kreis eine Anlaufstelle zu bieten“, sagt Stöber.

DFB-Aktion: Tag des Mädchenfußballs

Ihr Konzept sieht eine enge Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten vor. Anfang September haben sie den „Tag des Mädchenfußballs“ des DFB im Kreis ausgerichtet. Gesucht wurden Mädchen der Jahrgänge 2012 und jünger, die Freude am Fußball haben. Zu Dutzenden kamen die Mädchen an diesem Tag auf den Spotplatz nach Waldkappel. Ein aufregendes Programm hat dafür gesorgt, dass sich zehn bis zwölf der Mädchen gleich der Jugendspielgemeinschaft anschlossen. „Das hat noch mal einen ordentlichen Schub gebracht“, sagt Carsten Mielke. Mehr als 30 Mädchen bilden jetzt drei Mannschaften von den Bambini bis teilweise zur D-Jugend.

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Unterstützung vom Förderverein

Dazu kommt, dass der TSV Waldkappel mit dem Förderverein „Zwölf Freunde“ eine echte Unterstützung hat. Mit Sorge betrachteten eine Handvoll Mitglieder der Fußballabteilung des TSV Waldkappel vor einiger Zeit die leeren Vereinskassen, die abwandernde Jugend und das Verschwinden der Gemeinschaft. „Es musste etwas passieren“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Marco Gallinat. Vor drei Jahren wurde ein Förderverein gegründet. Heute steht nicht nur die Fußballabteilung auf einem soliden finanziellen Fundament, er hat dazu beigetragen, die Anzahl der Jugendspieler auf 160 zu verdoppeln und die Infrastruktur zu verbessern. „Ich bin froh, einen gut funktionierenden Förderverein zu haben“, sagt Henrik Stöber. „Die Jugend hat bei uns oberste Priorität.“ Alle Jugendlichen wurden beispielsweise mit T-Shirts und Regenjacken ausgestattet. „Wir wollen eine gute Adresse für die Jugend sein: Als Verein wollen wir langfristig bestehen in einer schwierigen Zeit, in der nahezu alle Vereine mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben“, sagt Stöber.

Das Geheimnis des Erfolgs des TSV Waldkappel

Das Geheimnis ihres Erfolgs in der Jugendarbeit? „Ein paar Fußballbekloppte haben sich gefunden und die Jugendarbeit intensiviert“, sagt Henrik Stöber. Die ehemaligen Fußballer, die das Heft in die Hand genommen haben, haben alle Kinder im gleichen Alter. „Viel läuft natürlich über das persönliche Engagement“, sagt Carsten Mielke. Jetzt hoffen sie, dass das zarte Pflänzchen nicht von Corona kaputt getreten wird. Bis vergangene Woche konnten sie draußen trainieren. Jetzt geht es unter strengen Auflagen in der Halle weiter. Das erfordert viel Organisation von den Betreuern. „Wenn wir das jetzt aber einschlafen lassen, verlieren wir alles, was wir uns aufgebaut haben“, sagt Carsten Mielke. (Tobias Stück)

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