Seit 14 Jahren ist der Zugang verwehrt: Ehemalige Synagoge in Harmuthsachsen verfällt

Näher darf man nicht ran: Das Grundstück der Synagoge (hinter dem Baum) zu betreten, ist verboten. Foto: Florian Künemund

Die Synagoge in Harmuthsachsen verfällt mehr und mehr. Seit 14 Jahren ist sie für die Öffentlichkeit, aber auch die Ehrenamtlichen vom Förderkreis unzugänglich.

Von allen Seiten dringt Wasser in das Denkmal ein. Und niemand tut etwas dagegen. „Weil sich das Landesdenkmalamt Hessen und der Besitzer nicht auf einen Kaufpreis einigen können“, sagt Pfarrer Rolf Hocke, der auch dem Förderkreis der Synagoge vorsitzt.

Er zeigte mit ernster Miene auf die Löcher in den Dachziegeln, durch die der Regen ins Gebäude eindringt. „Da drin muss es wüst aussehen“, so Hocke. Ferner berichtet er davon, dass die Wetterseite wegen des Abrisses einer angrenzenden baufälligen Scheune durch den Denkmalschutz frei liege. „In die Lehmwand dringt nun Feuchtigkeit ein. Wenn sich nicht bald was tut, ist die Synagoge dem Untergang geweiht.“

Eigentlich ist das für Rolf Hocke kaum vorstellbar. Denn die Synagoge wurde laut ihm jahrelang mit viel Arbeits- und Investitionsaufwand saniert. „Das Land Hessen hat eine Menge Geld dafür ausgeben, 2004 wurde das Gebäude gar mit dem hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet“, erinnert sich der Förderkreis-Chef. Doch 2005 dann habe der Besitzer, der mittlerweile in Stuttgart lebe, auf einen Verkauf an das Land Hessen gedrängt und den bestehenden Pachtvertrag mit dem damaligen Bürgermeister Peter Hillebrandt nicht mehr verlängert. „Seitdem durfte niemand mehr aufs Grundstück oder in die Synagoge“, so Hocke. Seinen Angaben nach hätten sich die beiden Beteiligten seit diesem Tag vor 14 Jahren nicht auf einen Kaufpreis einigen können – und das, obwohl das Land unter anderem den Bau eines Parkplatzes zusammen mit dem Abriss eines baufälligen Gebäudes in unmittelbarer Nähe schon für September 2017 zugesichert habe.

Für Rolf Hocke und den Förderkreis ist der Verfall der Synagoge nur schwer mit anzusehen. Der Pfarrer betont die historische Bedeutung des Denkmals als Erinnerung an die frühere jüdische Gemeinde in Harmuthsachsen sowie deren tragische Geschichte während der Zeit der Nationalsozialisten.

Das Landesdenkmalamt kann laut Pressesprecherin Dr. Katrin Bek wegen des laufenden Verfahrens keine Auskunft erteilen. „Gerne berichten wir, wenn eine mit allen Beteiligten abgesprocheneLösung erzielt wurde.“

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