Überfahrt nach Europa gestaltet sich schwierig

Ehepaar aus Waldkappel sitzt immer noch in Marokko fest

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Warten weiter auf die Ausreise: Uwe und Waltraud Larsen aus Waldkappel sitzen in Marokko fest.

Die Waldkappeler Waltraud (75) und Uwe Larsen (78) sitzen wegen der Corona-Pandemie weiter auf einem Campingplatz in Marokko fest. 

Das Ehepaar war im Februar mit seinem Wohnwagengespann eingereist (wir berichteten). Am vergangenen Dienstag verlängerte die marokkanische Regierung nun den geltenden Ausnahmezustand um drei Wochen bis zum 10. Juni – dazu zählt auch ein Überlandreiseverbot.

„Es ist davon auszugehen, dass auch die Grenzschließung und die Sperrung des Luftraums entsprechend verlängert werden“, schreibt die deutsche Botschaft in Rabat auf ihrer Homepage. „Der Campingplatz wird mittlerweile immer leerer“, berichtet Waltraud Larsen. Vor allem die französische Regierung hole derzeit nach und nach ihre Campingurlauber mit Fähren aus dem Land zurück. Die deutschen Behörden seien wesentlich zögerlicher, kritisieren die Larsens.

Überfahrt kurzfristig abgesagt

Eine von der deutschen Botschaft organisierte Fähre, die am 13. Mai das Mittelmeer nach Italien überqueren sollte, wurde kurzfristig abgesagt. Am 12. Mai hieß es von der Botschaft: „Der Bedarf an Plätzen übersteigt das Angebot bei Weitem.“ Der jüngste Versuch der Larsens, eine Überfahrt mit einer französischen Fährgesellschaft am 20. Juni zu ergattern, scheiterte am Buchungsvorgang – das Unternehmen akzeptierte die Mastercard des Ehepaars nicht. Die Kommunikation mit der Botschaft gestalte sich derweil schwierig: „Entweder geht gar keiner ran, oder es werden Rückrufe versprochen, die dann nicht stattfinden“, sagen die beiden.

Kontakt zu Michael Roth 

Auch ein Kontakt zum Eschweger Büro des Staatsministers Michael Roth (SPD) führte noch zu keinem Erfolg. Das Ehepaar lobt aber ausdrücklich den Einsatz, mit dem sich um eine Lösung bemüht werde. „Das Lagezentrum des Auswärtigen Amts und unsere Botschaft in Rabat arbeiten aktuell mit Hochdruck und unter schwierigsten Bedingungen an einer außerplanmäßigen Fähre nach Europa noch im Mai, mit der weitere Camper Marokko verlassen können“, sagt Roth. Mit Fährverbindungen nach Sète in Frankreich am 12. und am 19. Mai hätten bereits einige deutsche Reisende mit ihren Fahrzeugen ausreisen können.

Aufwändig und kompliziert

Hierfür seien aber entsprechende Genehmigungen von Marokko und des Ziellandes nötig. „Das ist sehr aufwändig und kompliziert“, sagt der Staatsminister. Eine Öffnung der Grenzen zu Spanien oder die Wiederaufnahme des Passagierverkehrs zwischen Marokko und Spanien sei noch nicht absehbar.

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