Waldkappeler sitzen in Marokko fest

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Auf dem Campingplatz im Süden Marokkos: das Ehepaar Uwe und Waltraud Larsen aus Waldkappel. 

Ein älteres Ehepaar sitzt mit seinem Wohnmobil im Süden Marokkos fest. das Paar war Anfang Februar in das Nordafrikanische Land gereist. 

Tiznit/Marokko – Als die Waldkappeler Waltraud (75) und Uwe Larsen (78) Anfang Februar mit der Autofähre nach Marokko übersetzten, war die Welt für sie noch in Ordnung. Die Rentner freuten sich auf den Campingurlaub mit ihren Wohnwagen im Süden Marokkos. Seitdem hat sich die Lage für das Ehepaar wegen der weltweiten Corona-Pandemie allerdings dramatisch geändert: Sie sitzen im Land fest und Waltraud Larsen ist auf überlebenswichtige Medizin angewiesen.

Flug- und Fährverkehr seit 15. März eingestellt

Der internationale Flug- und Fährverkehr ist seit dem 15. März eingestellt. Die Landesgrenzen Marokkos geschlossen, eine Ausreise nicht möglich. Zusätzlich gelten eine Ausgangssperre und ein Reiseverbot im Land.

Zwar fuhr am vergangenen Donnerstag noch eine Fähre von Tanger im Norden nach Frankreich, aber zwischen dem Abfahrtsort und dem Campingplatz liegt eine Strecke von 1000 Kilometern. „Im Hafen standen wohl kilometerlange Schlagen von Touristen, die mit der Fähre noch ausreisen wollten“, sagt die 75-jährige Waltraud Larsen. Außerdem wisse man nie, wie gut man mit dem Wohnwagen vorankomme, denn im nordafrikanischen Marokko gebe es häufig Polizeikontrollen.

Frau auf Medikamente angewiesen

Erschwerend kommt zu der Situation hinzu, dass Waltraud Larsen wegen einer Leberkrankheit Medikamente benötigt. „Der Vorrat reicht rationiert nur noch bis Ende April“, sagt sie. Versuche der Familie, die Medizin aus Deutschland zu schicken, sind laut dem Ehepaar fehlgeschlagen, weil keine Pakete mehr nach Marokko geliefert werden. Auch die örtlichen Apotheken könnten nicht helfen, weil es sich um ein deutsches Präparat handele.

Von Corona nicht viel zu bemerken 

Aber wie ist die Lage vor Ort? Rund um Tiznit sei von der Coronavirus-Pandemie nicht viel zu bemerken. In der 80 000-Einwohner-Stadt seien immer noch viele Einheimische auf den Straßen unterwegs – mittlerweile aber sehr zurückhaltend und meist mit Mundschutz.

Abreise von Campingplatz nicht möglich

Eine Abreise vom Campingplatz ist für die Waldkappeler nicht möglich. „Nicht einmal die marokkanische Putzkraft des Campingplatzes darf zu ihrer Familie nach Hause“, sagt Waltraud Larsen am Telefon. Etwa 50 Campingplätze seien noch besetzt. Vor allem Franzosen, aber auch ein Niederländer und ein befreundetes Ehepaar aus Deutschland noch da.

Kein Kontakt zum Auswärtigen Amt

War ein Rückflug keine Option? Zunächst hätten sie darüber nachgedacht, wichen aber von der Idee ab, weil die Flüge überfüllt und sie einen kleinen Hund mit dabei hätten. „Zu Beginn der Krise hatten wir auch noch Kontakt zum Auswärtigen Amt“, sagt Waltraud Larsen. Das hätte sich melden wollen, wenn es noch eine Fähre nach Europa hätte organisieren können. Bis heute blieb eine Antwort allerdings aus.

Hoffnung, Tanger zu erreichen

„Wir richten uns erst mal darauf ein, länger hierzubleiben“, sagt die 75-Jährige. So grob bis Ostern sei das. „Die Hoffnung ist aber noch da, dass wir über die Autobahn mit unserem Wohnwagen bis nach Tanger kommen und es vielleicht noch Ende April zurück nach Europa schaffen“, sagt sie. Man wolle nun noch einmal versuchen, Kontakt zum Auswärtigen Amt aufzunehmen. Wegen der nötigen Medikamente und wegen der Ausreise.

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