CDU-Waldkappel hält Idee aktuell für falsch

Waldkappel: Ärger um Radweg-Idee durch alten Bahntunnel

Menschen vor einem zugemauerten Tunnnel.
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Der Eisbergtunnel zwischen Waldkappel und Spangenberg: Jüngst kam die Idee auf, einen Radweg hindurchzubauen.

Ein Vorschlag in der Stadtverordnetenversammlung in Waldkappel sorgte für Kritik und Ärger.

Waldkappel – Auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung Waldkappels stellte CDU-Fraktionsmitglied Elvira Bornmann-Edeler den Antrag, den 1,5 Kilometer langen Eisbergtunnel (ehemaliger Bahntunnel) zwischen Spangenberg (Schwalm-Eder) und Waldkappel für den Radverkehr zu öffnen.

Um sowohl die Obere Naturschutz- als auch die Denkmalschutzbehörde zu hören, entschied sich das Parlament dazu, den Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss sowie den Bau- und Umweltausschuss zu verweisen (wir berichteten).

Aufgrund „massiver Kritik“ seitens der Bevölkerung Waldkappels sieht sich der CDU-Stadtverband nun gezwungen, dazu Stellung zu nehmen, so der Fraktionsvorsitzende Alexander Frank. Am Freitag der vergangenen Woche hätte noch keine Kostenkalkulation vorgelegen. Diese habe Mitte der Woche Kosten von über sieben Millionen Euro für das Projekt ergeben.

„Und da bekommen wir natürlich Bauchschmerzen“, so Frank. Der CDU-Stadtverband betont, dass es sich nicht um einen Antrag der CDU-Fraktion, sondern nur eines einzelnen Fraktionsmitgliedes handele.

„Die CDU-Fraktion stand nie geschlossen hinter dem Antrag. Es gab darüber unterschiedliche Auffassungen, weswegen Elvira Bornmann-Edeler letztlich auch allein dastand“, so Alexander Frank und betont, dass der Antrag lediglich zur Prüfung in die Ausschüsse überwiesen wurde.

„Das alleine deshalb, weil wir uns neuen Ideen gegenüber nicht verwehren möchten und den Tunnel als erhaltenswert im Sinne des Denkmalschutzes bewerten.“ Dazu zählten beispielsweise die Tunnelportale.

Für Elvira Bornmann-Edeler sei es „Quatsch“, dass die Bevölkerung der Idee negativ gegenüberstehe. Sie habe nur positive Rückmeldungen zu dem Thema vernommen. Es gebe so viele Radfahrer wie nie zuvor und sie halte es weiter für eine gute Idee, eine Verbindung zwischen Fulda und Werra zu schaffen.

Sie verweist darauf, dass sie bereits im Vorfeld das Interesse der Stadt Spangenberg abgeklopft hätte. „Sonst hätte ich den Antrag doch gar nicht in die Wege geleitet“, so die CDU-Stadtverordnete.

Der CDU-Stadtverband sieht den Zeitpunkt für den Antrag hingegen als „sehr unpassend“ an. Die oberste Priorität habe hinsichtlich der Infrastruktur der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Friemen und die Schaffung eines Neubaugebietes für junge Familien in Waldkappel.

Die Coronakrise führe zu einem deutlichen Rückgang der Steuereinnahmen für Kommunen, Land und Bund. „In Zeiten, in denen Bund und Länder für die Kommunen Rettungspakete schnüren, ist es nicht vertretbar, gleichzeitig von Land und Bund Millionen für Bau und Instandhaltung eines Radweges, der nicht zwingend notwendig ist, zu fordern“, so der Stadtverband. Deswegen empfehle der, sich für den Erhalt des historischen Bauwerkes einzusetzen, lehne aber den Umbau zum Radweg zum jetzigen Zeitpunkt ab.

Elvira Bornmann-Edeler sieht das anders: Waldkappel verfüge über keine Großindustrie, die Wirtschaft bestünde vor allem aus Handwerksbetrieben – und die hätten immer noch zu tun. Ferner kämen auf die Stadt nur 750 Meter zu, die im Tunnel zu sanieren seien.

Außerdem seien es vom Tunnelausgang nur etwa 250 Meter bis zu einem Wirtschaftsweg, der befestigt werden müsste. Das könne billiger werden als der 2017 eröffnete Radweg zwischen der Kläranlage Schemmergrund und Friemen (280 000 Euro).

„Es handelt sich aktuell ja auch nur um einen Antrag“, so Bornmann-Edeler. Erst mal müsse man sich überhaupt ein Bild machen, in welchem Zustand sich der Tunnel befinde. (Von Maurice Morth)

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