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Waldkappel seit 50 Jahren mit Carhaix und Hazerswoude verbunden

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Von: Tobias Stück

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Gemeinsam stark: Deutsche, Niederländer und Franzosen bei den jüngsten Europaspielen im Freibad in Waldkappel. Archi
Gemeinsam stark: Deutsche, Niederländer und Franzosen bei den jüngsten Europaspielen im Freibad in Waldkappel. Archi © Kristin Weber

In diesem Jahr feiern befreundete Bürger aus den Städten Carhaix (F), Hazerswoude (NL) und Waldkappel das 50-jährige Bestehen ihrer Verschwisterung.

Waldkappel – In der Zeit vom 25. bis 28. August wird das Fest nachgeholt, das mehrfach verschoben wurde.

Die Anfänge

Angefangen hatte alles durch die Initative des damaligen Bürgermeisters Heinz Huth, der als Soldat die Greul des 2. Weltkrieges erlebt hatte. Er und weitere Waldkappeler Bürger, die ähnliche schlimme Erlebnisse im Krieg erfahren hatten, wollten, dass sich ihre schrecklichen Erlebnisse nicht mehr wiederholten. Die Suche nach Kontakten zu Menschen in der Bretagne führte zu Begegnungen mit Bürgern aus Carhaix, die 1970 in einem Partnerschaftsvertrag mündeten.

Parallel zu dieser Entwicklung wurden Kontakte zwischen Hazerswoude in Südholland aufgenommen, die 1971 zu einer Verschwisterung mit Waldkappel führten. Diese Entwicklung führte einige Jahre später zu einer Ringverschwisterung zwischen Carhaix, Hazerswoude und Waldkappel. „Bei den Begegnungen der Bürger wurden Voreingenommenheiten abgebaut, Vertrauen geschaffen und Freundschaften entwickelt“, sagt VFEZ-Mitglied Walter Pfetzung. Aus heutiger Sicht seien die Ziele der Partneschaftsgründer inzwischen voll erreicht.

Erste Integration

Informationen über eine erfolgreiche Integration zeigt die Bonifatiussiedlung in Waldkappel schon vor der Verschwisterung. In den 1950er-Jahren wurde sie für Heimatvertriebene errichtet. „Bedeutend war hier die Arbeit des Baugesellenordens“, berichtet Pfetzing. Junge Männer, überwiegend aus Belgien und den Niederlanden, verrichteten hier Schwerstarbeit. „Hervorzuheben dabei sind die Männer aus dem Dorf Vinkt in Belgien.“ Dort hatte sich 1940 eine Einheit der deutschen Wehrmacht von Partisanen beschossen geglaubt. Daraufhin wurden 86 Männer erschossen. Nur elf Jahre danach kommen junge Männer aus diesem Ort nach Waldkappel, um mit harter Arbeit die Wohnungsnot der Deutschen zu lindern. „Hier wurde bereits im Kleinen ein riesiger Schritt für unsere heutige Europäische Union geleistet“, so Pfetzing.

Aktueller Stand

Das Thema „Geflüchtete“ hat in Europa in den vergangenen Jahren eine besonders große Bedeutung bekommen und ist eine Teilursache der derzeitigen europäischen Krise. Diese jüngste Krise habe gezeigt, dass diese Herausforderung nicht mehr alleine von europäischen Politikern gelöst werden kann, sondern der aktiven Mitwirkung einer europäischen Bürgerbasis bedarf. Deswegen starten die Teilnehmer des Treffens ein Projekt der Zusammenarbeit (Artikel unten). „Ziel dieses Projektes ist es einen Beitrag zu dieser Mitwirkung zu leisten.“

Programm Wochenende

Donnerstag, 25. August: 16 Uhr: Begrüßung der Gäste in der Karlheinz-Böhm-Schule, Verteilung der Gäste an die Gastfamilien. Ab 18 Uhr: Abend in den Familien. Freitag, 26. August: 9 Uhr Abfahrt zu Point Alpha an der Karlheinz-Böhm-Schule. Mittagsessen: Rucksackverpflegung. 16.30 Uhr: Rückkehr in Waldkappel. Um 18 Uhr Europaspiel mit gemeinsamen Grillen an der Schule. Samstag, 27. August: 9 Uhr Abfahrt des Busses (Karlheinz-Böhm-Schule) zum Grenzmuseum Schifflersgrund mit anschließendem Aufenthalt in Bad Sooden-Allendorf. Gegen 15 Uhr Rückkehr in Waldkappel. Um 18 Uhr Festveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum in Burghofen. Am Abend erfolgt die Abfahrt der Gäste aus Carhaix. Sonntag, 28. August: Abfahrt der Gäste aus Hazerswoude. Von Tobias Stück

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