100 Jahre DRK-Ortsverein Waldkappel - Von der Sanitätskolonne zur leistungsstarken Bereitschaft

Im Einsatz für die Menschlichkeit

Sanitätsfahrzeug mit Anhänger um 1914/1918. Foto: privat

Waldkappel. Das Deutsche Rote Kreuz in Waldkappel ist seit 100 Jahren im Sinne der Menschlichkeit im Einsatz. Die Anfänge der Rotkreuzarbeit in Waldkappel reichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. 1886 hatte sich der „Vaterländische Frauenverein“ den Zielen des Roten Kreuzes verpflichtet und 1898 wurde in Waldkappel ein Zweigverein vom Roten Kreuz gegründet.

Einen deutlichen Aufschwung und damit ihren eigentlichen Beginn nahm die organisierte Rotkreuzarbeit erst mit der Gründung ihrer dritten Säule, nämlich der freiwilligen Sanitätskolonne, die 1912 erfolgte.

Im Herbst 1912 ergriff Oberbürgermeister Küschal die Initiative zur Gründung einer Sanitätskolonne mit folgenden Mitgliedern: Erich Braun, Apotheker, Wilhelm Wepler, Arzt, Theodor Dufhus, Gastwirt, Heinrich Koch, Schleifer, Heinrich Sundheim, Schuhmacher, Friedrich Wetzel, Polizeimeister, Karl Feige, Metzger, Heinrich Blumenstiel, Schreiner, August Hanitsch, Leingerber, Gustav Rehbein, Landwirt, Wilhelm Müldner, Schuhmacher, Julius Steinmetz, Weißbinder, Willi Dietzel, Kaufmann, Wilhelm Großkurth, Kaufmann, Karl Ruppert, Landwirt.

Die meisten von ihnen mussten 1916 in den Ersten Weltkrieg, woraufhin der Apotheker Braun neue Mitglieder warb. Dies waren Wilhelm Stück, Heinrich Krug, Christian Degenhardt, Julius Degenhardt, Karl Albrecht, Wilhelm Gerlach, Friedrich Reuber. 1920 kamen Karl Schellhase, Willi Lannefeld, Kurt Meister und Karl Döring sowie 1924 Erhard Koch und Karl Sundheim hinzu.

Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg gehörten die Verpflegung und Betreuung der zurückkehrenden Soldaten zu den primären Aufgaben des DRK. Bei Kriegsende 1945 wurde das DRK durch die Alliierten zunächst verboten. Dennoch setzten die Rotkreuz-Helfer auch während der Verbotsphase angesichts der überall in Waldkappel vorherrschenden Not ihre Arbeit in der alten Schule am Kirchplatz fort. Der Aufgabenschwerpunkt des dort entstandenen Lazarettes war es, Flüchtlings- und Rückkehrerelend zu verringern.

Der DRK-Ortsverein Waldkappel war mit seinen 160 aktiven und passiven Mitgliedern 1969 einer der stärksten Ortsvereine des Werra-Meißner-Kreises. An Idealismus und Engagement der Ehrenamtlichen konnte man erkennen, dass der Dienst im DRK eine aus dem Herzen kommende, dem Nächsten dienende Tätigkeit ist.

Die Anzahl der Mitglieder stieg bis 1971 auf 204 an. 1964 wurde in Waldkappel der DRK-Blutspendedienst aufgenommen. In 48 Jahren wurden 17 034 Konserven gespendet, was 8517 Litern Blut entspricht. Die Bereitschaft Waldkappel hat zurzeit 22 aktive Helfer. Wöchentlich treffen sie sich jeweils dienstags zu den Ausbildungs- und Dienstabenden. Neben den Aktiven gibt es 255 Fördermitglieder. (WR/hm)

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