Das Ende kostet einen Cent

Ein Prellbock am Ende der Draisinen-Strecke bei Bischhausen wirft Fragen auf

Hier ist Schluss: Kurz vor Bischhausen endet das alte Gleisbett an einem neu aufgestellten Prellbock. Foto: Deppe

Bischhausen. Hier wird wohl kein Schienenfahrzeug jemals andocken: Seit einigen Wochen steht am Ende der Bahngleise bei Bischhausen ein Prellbock. Hübsch zusammengebaut aus alten hölzernen Bahnschwellen, aufgefüllt mit Kies und inzwischen – dem Unkraut sei Dank – sogar etwas begrünt. Nur wofür das Ganze eigentlich?

Läuft man von Bischhausen die knapp drei Kilometer am weitestgehend zugewucherten Gleisbett entlang in Richtung Waldkappel, erreicht man das Ende der Strecke oberhalb der bereits geteerten Autobahn mitten im Feld. Hier gibt es keine Abgrenzung, die Schienen enden ganz abrupt, als wären sie niemals länger gewesen. Gefahren ist hier schon lange nichts mehr. Die Letzten, die hier noch auf Rädern unterwegs waren, schwelgten in Nostalgie. Doch auch die Draisinenfreunde, zusammengeschlossen in einem eigenen Verein, sind nicht mehr aktiv. „Das aktivste Vereinsmitglied lebt gar nicht mehr hier“, sagt Bischhausens Ortsvorsteher Lothar Hellwig. Seit vor geraumer Zeit in unmittelbarer Nähe die Bauarbeiten für die Autobahn begannen, ist keine Draisine mehr gefahren. Aber warum dann der Prellbock?

„Als Absturzsicherung“, sagt Stefan Franz von der Firma Deges, die zuständig ist für die Autobahnbaustelle. Wegen der Bauarbeiten hatte ein Tunnel entfernt werden müssen, der Bahndamm wurde teilweise abgetragen. Die Trasse der Autobahn schneidet an dieser Stelle das ehemalige Gleisbett. Die Kosten für Material und die Errichtung des Prellbocks sind laut Franz überschaubar und betragen „gemäß Angebotskalkulation des beauftragten Bauunternehmens pauschal einen Cent zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer“.

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