Ehemalige Realschule steht leer

Ex-Schule in Waldkappel wird möglicherweise das Kreisarchiv

+
Steht wieder leer: In diesem Trakt der Waldkappeler Karlheinz-Böhm-Schule waren bis 2008 die Realschüler untergebracht. Jetzt könnte dort ein Archiv der Kreisverwaltung entstehen – wenn die Stadtverordneten zustimmen.

Waldkappel. In den Gebäuden der 2008 geschlossenen Realschule in Waldkappel könnte schon bald das neue Archiv der Kreisverwaltung Werra-Meißner entstehen. Was dazu noch fehlt, ist die Zustimmung der Waldkappeler Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Freitag, 16. Februar.

Die müssten beschließen, dass der Trakt bei einer Entwidmung nicht kostenlos vom Kreis auf die Stadt zurückübertragen wird. Fragen und Antworten dazu:

Wieso macht man sich Gedanken über die Nutzung?

Mit einem Schreiben teilte der Kreisausschuss des Werra-Meißner-Kreises Ende November dem Magistrat der Stadt Waldkappel mit, dass die ehemaligen Räume der Realschule der Karlheinz-Böhm-Schule nicht mehr schulisch genutzt werden sollen – auch in ferner Zukunft nicht. Das geht aus den Unterlagen zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hervor.

Stehen die Gebäude denn seit zehn Jahren schon leer?

2008 wurden Haupt- und Realschule in Waldkappel geschlossen. Letztere war im betroffenen Trakt untergebracht. Während alle anderen Gebäudeteile zwischen Sommer 2014 und Anfang 2017 saniert wurden, zogen die Grundschüler der Kommune vorübergehend dort ein. Nach Abschluss stehen die Klassenzimmer der damaligen Fünft- bis Zehntklässler wieder leer.

Was bedeuten Entwidmung und Rückübertragung?

Die damalige Grund-, Haupt- und Realschule Waldkappel wurde im Rahmen der Schulreform 1975 dem Werra-Meißner-Kreis übertragen. Beschließt der Kreistag nun die Entwidmung – dann wäre es kein Schulgebäude mehr–, kann die Stadt die kostenlose Rückübertragung innerhalb eines Jahres verlangen. 

In diesem speziellen Fall geht es wie bereits erwähnt nicht um die gesamte Karlheinz-Böhm-Schule, sondern nur um den ehemaligen Realschultrakt, der oberhalb der jetzigen Grundschule auf einer Anhöhe liegt – so die Vorlage zur Sitzung.

Warum nimmt die Stadt das Gebäude nicht zurück?

Das würde Pflichten wie Unterhaltung und Verkehrssicherung mit sich bringen. „Dies sollte im Hinblick auf die finanzielle Situation der Stadt nur erfolgen, wenn man eine geeignete Nachnutzung hat“, heißt es. Die gibt es nicht. Das Gebäude steht zehn Jahre – mit Unterbrechung – leer. Ideen, wie eine Privatschule oder barrierefreie Wohnungen darin zu errichten, scheiterten an den klammen Kassen der Stadt, Auflagen der Kommunalaufsicht und fehlenden Investoren. 

Der Kreis würde dort sein neues Archiv unterbringen. Aber nicht als Mieter, da er noch andere Möglichkeiten hätte. Das Parlament entscheidet, ob die Angelegenheit im Ausschuss beraten oder direkt auf Rückübertragung verzichtet wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare