Einzug in die alte Fuchsmühle

Waldkappel: Projektgruppe will regionale Entwicklung vorantreiben

Sie sind noch im Umzugsstress: (von links) Johanna Schlunk, Robin Dirks, Luisa Kleine, Tabea Heiligenstädt, Elena Metzen und Hannah Elshorst haben Anfang Oktober die Fuchsmühle in Waldkappel übernommen. 
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Sie sind noch im Umzugsstress: (von links) Johanna Schlunk, Robin Dirks, Luisa Kleine, Tabea Heiligenstädt, Elena Metzen und Hannah Elshorst haben Anfang Oktober die Fuchsmühle in Waldkappel übernommen. 

Eine Gruppe von zehn jungen Personen ist im Oktober in die alte Fuchsmühle in Waldkappel eingezogen. Ihr Ziel: Mit nachhaltigen Projekten die Region mitzugestalten.

Waldkappel - Die jungen Leute im Alter zwischen 20 und 31 Jahren haben sich im wahrsten Sinne des Wortes gesucht und gefunden. Gesucht wurde nach engagierten Menschen, die vor Ort und mit der Bevölkerung aus der Region etwas bewegen wollen.

Gefunden haben sie sich über Freundeskreise und ein großes Netzwerk von Nachhaltigkeits- und Umweltgruppen. Jeder von ihnen stammt aus einem anderen Teil Deutschlands – in Waldkappel haben sie nun eine WG gegründet.

Innerhalb der Gruppe herrscht eine große Vielfalt: „Jeder kann seine Expertise mit einbringen“, sagt Hannah Elshorst. Robin Dirks beispielsweise hat Umweltwissenschaften studiert und engagiert sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bildungsinitiativen. Tabea Heiligenstädt wiederum studiert im Master Ökologische Landwirtschaft in Witzenhausen.

Organisiert hat sich die zehnköpfige Gruppe in Arbeitsgemeinschaften, so gibt es beispielsweise eine Finanz-AG, eine Küchenbau-AG oder eine Ökosystem-AG. Im aktuell noch herrschenden Umzugschaos helfen ihnen diese AGs, den Alltag zu strukturieren.

Die Idee

Gemeinsam hat die Gruppe ein Projektdesign entwickelt, das vier verschiedene Dimensionen umfasst: Sie wollen in Sachen regionaler Entwicklung auf kulturelle, soziale, ökonomische und ökologische Fragen eingehen. „Wir haben Lust, an einem positiven Wandel mitzuwirken“, sagt Dirks. Wichtig sei hierbei die Wertschätzung von Regionalität und ein Vertrauen in die Umgebung, so Heiligenstädt. Luisa Kleine sagt: „Die Menschen sehen die Notwendigkeit, dass sich etwas ändern muss.“ „Regionale Entwicklung betrifft jeden und für jede Person gibt es hierbei Anknüpfungspunkte“, so Elshorst.

Die Fuchsmühle

Eine große Scheune sowie ein Wohnhaus befinden sich am Ortsausgang von Waldkappel. In der Scheune habe es einst eine Mühle aus dem 19. Jahrhundert gegeben, heute stehe sie leer, berichtet Kleine. In dem denkmalgeschützten Wohnhaus habe ein Müller namens Fuchs gelebt – daher auch der Name des Anwesens. Die Scheune will die Projektgruppe in den nächsten Monaten renovieren und ausbauen. Sie soll der Bevölkerung für Ausstellungen und andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Die nächsten Schritte

„Wir verbringen erst mal viel Zeit mit Zuhören“, sagt Kleine. In den nächsten Wochen wolle die Gemeinschaft mit den Menschen aus der Umgebung ins Gespräch kommen, auf Vereine zugehen und mit Experten, zum Beispiel Förstern, sprechen. Ziel sei auch, als Gruppe zusammenzuwachsen. Für den Kauf des Grundstücks sei zudem die Gründung einer Genossenschaft geplant. Neben privaten Investitionen stehe die Gruppe in engem Kontakt mit unterschiedlichen Initiativen, die sich für genau solche Projekte einsetzen, erzählen sie.

„Ich habe Lust, Neues zu kreieren. „Es fühlt sich gut an, hier zu sein“, sagt Elena Metzen und damit ist sie nicht allein – sie alle blicken zuversichtlich in die Zukunft. Interessierte können jederzeit bei der Fuchmühle vorbeischauen, sagen die jungen Leute. Über neue Kontakte und freiwillige Helfer freue man sich. Informationen gibt es unter fuchsmühle.org oder regionimwandel@riseup.net. (Von Laura Hellwig)

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