Betroffene Gebiete meiden

Eichenprozessionsspinner bei Waldkappel gesichtet: Gefahr für Mensch und Baum

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Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners kriecht auf einem Eichenstamm entlang. Er sitzt in seinen typischen Nestern in den Baumkronen, eine Gefahr für die Menschen ist er vor allem in den Innenstädten.

In dem Waldstück Burbach bei Waldkappel wurden die für Menschen und Bäume gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners gesichtet. Das bestätigen Stadt und Kreis.

Bis jetzt ist das Tier im Landkreis nicht aufgetreten, nun aber sowohl in Neu-Eichenberg als auch in Waldkappel. „In beiden Fällen wurden um die befallenen Bäume eine Absperrung, das Aufstellen von Warnschildern und das Hinzuziehen eines Schädlingsbekämpfers empfohlen“, sagt Kreis-Pressesprecher Jörg Klinge.

Das Nest bei Waldkappel: Ute Körnicke hat es entdeckt und fotografiert. Mittlerweile sind die zuständigen Behörden informiert. 

Wie Waldkappels Bürgermeister Reiner Adam erklärt, hat die Stadt das auch von Spaziergängern frequentierte Gebiet erst mal weiträumig abgesperrt. „In Absprache mit der Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung wird die Absperrung aufgehoben und durch Warnschilder ersetzt“, so Adam. Denn bislang sei in Waldkappel nur ein einziges Nest entdeckt worden. „Wir haben den Bereich abgesucht, aber keine weiteren gefunden. Sollte sich der Eichenprozessionsspinner weiter Richtung bewohntem Gebiet oder gar der Grundschule ausbreiten, müssen wir natürlich handeln.“

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In dem vorhandenen Fall warte man zunächst bis zur Verpuppung der Raupen Ende Juni ab, ergänzt Jörg Klinge. „Sofern erforderlich, sollte die Bekämpfung der Raupen durch spezialisierte Schädlingsbekämpfer erfolgen“, macht auch er deutlich.

Mikroskopische kleine Gifthaare

Denn die Raupen sind nicht ungefährlich. Für Menschen und warmblütige Tiere wie Hunde, Pferde, Katzen und Vögel können sie zu gesundheitlichen Problemen führen. Der Eichenprozessionsspinner besitzt mikroskopisch kleine Gifthaare mit Widerhaken, die sehr leicht abbrechen. Alleine durch Reibung dringen sie in die Haut ein oder fliegen bei Windstößen davon, sodass Menschen sie auch einatmen könnten.

Video: Eichenprozessionsspinner

Bei Kontakt mit der Haut sind laut Klinge Juckreiz, Hautausschlag und Quaddeln die Folgen. In den Augen führen die Gifthaare zu Rötungen, Lichtscheue oder Bindehautentzündungen. Eingeatmet verursachen sie Halsschmerzen, Husten und Atemnot. Im Einzelfall seien auch Schwindel, Übelkeit, Fieber, Schüttelfrost sowie ein allergischer Schock denkbar. Um sich der Gefahr nicht auszusetzen, sollten die betroffenen Gebiete gemieden werden. Muss jemand doch in das Terrain, wird Arbeitsschutzkleidung mit Brille und Maske empfohlen. Kontakt mit Raupen und Nestern ist zu vermeiden.

Gefahr auch für den Eichenbestand

Laut Forstamtsleiter Dr. Thomas Rysavy sind die Raupen eine Gefahr für den Eichenbestand. „Sie greifen ihn an und verhindern den Zuwachs“, erklärt er. Auch Rysavy ist sich sicher, dass es sich auf dem Foto aus Waldkappel (oben) um den Eichenprozessionsspinner handelt.

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