Zweiter Weltkrieg

Drei weitere Stolpersteine in Harmuthsachsen verlegt - Gegen das Vergessen

Die drei Stolpersteine wurden jüngst gegen das Vergessen in der Meißnerstraße in Harmuthsachsen verlegt.
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Die drei Stolpersteine wurden jüngst gegen das Vergessen in der Meißnerstraße in Harmuthsachsen verlegt.

In Hartmuthsachsen wurden nun erneut Stolpersteine verlegt. Sie sollen an die Menschen erinnern, die den Nationalsozialisten zum Opfer fielen.

Harmuthsachsen – Die Nationalsozialisten ermordeten während ihrer Herrschaftszeit von 1933 bis 1945 mehrere Millionen Menschen. Allein beim planmäßigen Holocaust an den europäischen Juden waren es sechs Millionen Opfer. Drei dieser Schicksale wurde jüngst im Waldkappeler Stadtteil Harmuthsachsen mit dem Verlegen von neuen Stolpersteinen ein Denkmal gesetzt.

Erinnert wird vor dem Haus Nummer 3 in der Meißnerstraße künftig an Henriete Hammerschlag, die 1856 mit dem Familiennamen Levy geboren wurde, Gertrud Hammerschlag, die 1888 mit dem Familiennamen Ranis geboren wurde, und Alice „Liesel“ Hammerschlag, die 1911 das Licht der Welt erblickte.

Die drei Frauen wurden 1942 von Kassel aus in deutsche Konzentrationslager deportiert und ermordet. Die Großmutter Henriette starb im KZ Theresienstadt (heute Tschechien), Mutter Gertrud und Tochter Alice im KZ in Auschwitz-Birkenau (heute Polen). Liesel Hammerschlag hatte bereits im Jahr 1931 auf tragische Weise bei einem Eisenbahnunfall beide Beine verloren.

Organisiert und finanziert wurde die Verlegung letztmalig durch den Freundeskreis ehemalige Synagoge Harmuthsachsen.

Der Verein hat sich zum Jahresende 2020 aufgelöst und ist im Verein Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis aufgegangen. Die Stolpersteinverlegung ist Teil eines europäischen Kunstprojektes von Gunter Demnig, der aufgrund der Corona-Pandemie diesmal nicht vor Ort sein konnte.

In 26 europäischen Ländern wurden bisher bereits an die 75 000 Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer der Nationalsozialisten verlegt, darunter Hunderte im Werra-Meißner-Kreis und mittlerweile 19 in Harmuthsachsen. Der heutige Waldkappeler Stadtteil hatte vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der Herrschaft der Nationalsozialisten eine starke jüdische Gemeinde, deren Mitglieder aufgrund von Anfeindungen den Ort damals nach und nach verlassen mussten. Laut Andreas Heine vom Verein Freundeskreis gehörte im 19. Jahrhundert zeitweise ein Viertel des gesamten Dorfes zur jüdischen Glaubensgemeinde der ehemaligen Synagoge Harmuthsachsen an. (Von Maurice Morth)

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