Verkehrsanbindung macht die Uhlenfängerstadt attraktiver

Waldkappel vor der Wahl: Große Chance Autobahn

Kernstadt von oben: Waldkappel liegt direkt an der Bundesstraße 7. 2017 soll in direkter Nachbarschaft ein Teilstück der neu gebauten Autobahn 44 freigegeben werden. Foto: nh

Waldkappel. 15 Stadtteile inklusive Kernstadt – was nach einer großen Stadt klingt, ist das Ergebnis einer richtigen Eingemeindungswelle Anfang der 70er-Jahre. Waldkappel, die kleine Kommune zwischen Hessisch Lichtenau und Eschwege, zählt nur knapp über 4000 Einwohner. In Stolzhausen leben allein kaum über 30 Menschen.

Diese Weitläufigkeit der auf fast 100 Quadratkilometern verteilten Dörfer macht viel vom Charme Waldkappels aus. Denn wer mit einm Hetzeröder oder Rechtebacher spricht, lernt schnell die Heimatverbundenheit dieser Menschen kennen.

Wenig idyllisch, aber umso zukunftsweisender ist ein Projekt, das vor allem die Autofahrer auf der Bundesstraße 7 seit Jahren ärgert, in Zukunft aber erfreuen wird: Zwischen der Kernstadt und dem größten Ortsteil Bischhausen prägt der Bau der A 44 das Landschaftsbild. Der Teilabschnitt in diesem Bereich soll 2017 freigegeben werden, die schnelle Anbindung in die Richtungen und Kassel und Eisenach wird das manchmal etwas verschlafen wirkende Waldkappel verändern.

Finanziell sieht es für Waldkappel seit Jahren nicht allzu rosig aus. 2013 ist die Kommune unter den Schutzschirm des Landes Hessens geschlüpft. Der Entschluss war parteiübergreifend gefasst worden, lediglich die GAL hatte dagegen gestimmt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Stadt mit Bürgermeister Reiner Adam erstmals seit 1998 aber einen Überschuss.

Spannend ist zudem die Frage, wie es mit dem oberen Schulgebäude der Karlheinz-Böhm-Schule weitergeht, in dem momentan unterrichtet wird. Der Umbau des eigentlichen Schulgebäudes soll im Sommer abgeschlossen sein und die Klassen dort wieder einziehen. Dem oberen Trakt droht der Verfall.

Analyse

Die Autobahn 44 wird Waldkappel in vielerlei Hinsicht voranbringen. Die Attraktivität als Gewerbestandort steigt durch eine direkte Autobahnanbindung massiv, die Lage der Uhlenfängerstadt im Herzen Deutschlands tut ihr Übriges. Ideal für Logistiker und andere von guter Verkehrsinfrastruktur abhängige Gewerbe, die mit ihren Steuern die klamme Stadtkasse füllen.

Angekurbelt wird auch ein anderer Bereich, der Geld einbringt. Waldkappels idyllische Lage mit Wanderwegen rundherum wird auch Touristen anlocken. Der Ruf nach einem großen Hotel erklingt bereits. Doch was so schön und logisch klingt, birgt auch eine große Gefahr. Denn an all diesen Ideen und Hoffnungen laben sich momentan so einige A-44-Anrainerkommunen. Und dass in Waldkappel, Wehretal und Sontra große Gewerbegebiete entstehen, ist fraglich. Sich nur auf neue Firmen und Touristen im Zuge der Autobahn als großen Heilsbringer zu verlassen, wäre also falsch.

Aber Potenzial liegt auch woanders. Steigt die Familienfreundlichkeit, lockt das neue Einwohner. Denn wenn man erstmal innerhalb von 25 Minuten in Kassel ist, ist Waldkappel auch für Pendler attraktiver.

lad@werra-rundschau.de

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