Die Hirschbrunft beginnt - Könige der Wälder im Duell

Hirschbrunft bei Burghofen
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Prachtvoll in der Natur: Zwei Rothirsche im Jagdrevier Burghofen, aufgenommen in der Feistzeit im Juli 2019. 

Die Hirschbrunft beginnt jetzt. Bis etwa Ende Oktober sind die liebestollen Tiere im Wald zu hören,  und wer Geduld und Glück hat, auch zu sehen. 

Burghofen – Wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt, der Herbst die Blätter färbt, der Landwirt den Mais erntet, der Morgen getrübt von Nebel ist und die Nächte immer kälter werden, dann beginnt die Paarungszeit des Rotwildes, die Brunft. Ende August suchen die Kahlwildrudel (weibliche Tiere) und die Hirschrudel (männliche Tiere) altbekannte Brunftplätze auf, an denen sich das Naturspektakel der Paarung abspielt.

Kampf um die Rangordnung 

Ein Geweih trägt beim Rotwild nur das männliche Tier, weshalb das weibliche auch Kahlwild genannt wird. Anfang September fängt der König des Waldes an, Revier- und Rangordnungskämpfe mit seinen Geweihstangen zu führen, um dem Kahlwild zu imponieren. Dabei kann es auch zu schweren Verletzungen kommen. Der Ausgang dieser Kämpfe entscheidet, welcher Hirsch sich paaren darf und sich stolz Platzhirsch nennen darf.

Doch nicht nur durch Optik macht der Hirsch Eindruck auf die weiblichen Tiere, auch durch sein lautes Röhren in der fünf- bis sechs wöchigen Brunftzeit. Dies soll die Konkurrenz einschüchtern, denn wer am lautesten über den Brunftplatz rufen kann, hat auch den mächtigsten Brustkorb, der als Resonanzkörper fungiert und Stärke symbolisiert.

Stölzinger Gebirge ist bekannt für das Naturschauspiel 

Bekannt für das besondere Naturschauspiel ist das Stölzinger Gebirge. Ohne es überhören zu können, fangen die Hirsche in der Dunkelheit laut an zu röhren. So laut, dass dort manch Anwohner über Schlafstörungen klagt. Der Reiz, das Naturspiel mitzuerleben, lockt viele Menschen aus ganz Deutschland an, dem Klang des Hirsches zu lauschen. Leider oft zum Leid der Jäger und Förster, denn manche Zuhörer fahren mit ihren Autos tief in den Wald, um möglichst nah an die Tiere zu kommen, andere leuchten mit Taschenlampen die Wälder nach ihnen ab. Dies sorgt jedoch nur für Unruhe und Störung im Wald.

Im Bergwildpark Germerode gibts die Brunft aus nächster Nähe

Wer aus allernächster Nähe bei der Brunft zuschauen möchte, der ist gut auf dem Meißner im Bergwildpark Germerode aufgehoben. ,,Die Brunft fängt bei uns im Bergwildpark langsam an“, erzählt ein Mitarbeiter des Wildparks. Bevor die Brunft im September losgehen kann, muss sich die größte heimische Wildart gut vorbereiten. In der nahrungsreichen Sommerzeit werden Fettreserven angelegt, unter Jägern als Feistzeit bekannt.

Brunft ist für Hirsche kräftezehrend`

Dies ist von Bedeutung, da die Brunftkämpfe für Hirsche eine kräftezehrende Zeit sind und die Hirsche währenddessen kaum schlafen oder Nahrung zu sich nehmen. Sie können bis zu einem Viertel des Körpergewichts verlieren. Ende Oktober kehrt in die Wälder langsam wieder Ruhe ein und das Wild muss seine verlorenen Reserven wieder auffüllen für den bevorstehenden Winter.

Kälber werden im Juni geboren

Nach dem Winter wird das Geweih im Februar bis März abgeworfen und ein neues Geweih wird geschoben. Im Juni kommt das Resultat der Brunft auf die Welt, die Kälber. In dieser Wachstumsphase ist das Geweih mit einer durchbluteten Haut überzogen, dem Bast. Diese stirbt nach dem Wachstum ab und wird wird vom Hirsch abgescheuert, das Geweih wird gefegt. Somit ist das Geweih wieder einsatzbereit und die nächste Brunft kann beginnen. (ce)

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