Hobby zum Beruf gemacht

Frank Koch (SPD) ist seit Monatsbeginn Bürgermeister Waldkappels

Frank Koch (SPD), seit 1. Juli Bürgermeister der Stadt Waldkappel, sitzt an seinem Schreibtisch und berichtet von seinem ersten Tag als Verwaltungschef der Stadt
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Am neuen Arbeitsplatz im Waldkappeler Rathaus: Seit dem 1. Juli leitet Frank Koch als Nachfolger von Reiner Adam als Bürgermeister die Geschicke der Stadt.

Seit dem 1. Juli ist der Sozialdemokrat Frank Koch (52) offiziell im Amt, beerbt Reiner Adam (SPD) nach zwölf Jahren an der Spitze des Magistrats. Der erste Arbeitstag begann um 8 Uhr.

„Nein“ sei die Antwort auf die Frage seiner Frau am Mittwochmorgen gewesen, ob er denn vor seinem ersten Arbeitstag als neuer Bürgermeister der Stadt Waldkappel aufgeregt sei, berichtet (SPD). Der erste Arbeitstag ist laut dem 52-Jährigen schnell verflogen. Vor allem galt es E-Mails und Post, die sich in der Übergangszeit von Reiner Adam zu ihm angestaut hatten, abzuarbeiten. „Die Maschine der Verwaltung wurde mit dem Amtswechsel ja nicht abgestellt, sondern läuft nahtlos weiter“, so Koch. Auch, wenn nun eine neue Person im Büro des Bürgermeisters sitze.

Bei der Einarbeitung hätte ihm Reiner Adam trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie immer fair zur Seite gestanden: Vor allem mit Treffen nach Feierabend sei das vonstattengegangen. Aber auch schon zu seiner Zeit als Erster Stadtrat Waldkappels, also dem Vertreter des Bürgermeisters, hätte ihm Reiner Adam viele Freiheiten gelassen, die halfen, das Wissen auszubauen.

Frank Koch ist in Waldkappel kein Unbekannter und kennt sich in der Kommunalpolitik aus. Der Vater eines Sohnes stammt aus der Stadt, war bereits fast 20 Jahre Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und im Magistrat aktiv. „Ich habe in all den Jahren einige Weiterbildungen für das Verwaltungswesen abgelegt“, sagt Koch. Aufgrund all dieser Vorerfahrungen starte er nun nicht komplett bei Null. Er sei ein Waldkappeler und kenne Bürger und die Gepflogenheiten.

Vor seiner Zeit als Bürgermeister arbeitete Koch 30 Jahre als Bankkaufmann und Betriebswirt bei der Evangelischen Bank in Kassel. „Ich freue mich aber einfach, die Tätigkeit in der Kommunalpolitik nun hauptamtlich zu machen und noch mehr Zeit für die Aufgaben zu haben als im Ehrenamt“, sagt der 52-Jährige. Als eine der ersten Amtshandlungen habe er die Mitarbeiter vom Bauhof, der Verwaltung und der Kindertagesstätten kontaktiert und mitgeteilt, dass er die anstehenden Aufgaben in den kommenden Jahren gemeinsam mit ihnen bestmöglich erledigen wolle. Es gelte als Bürgermeister auch, die richtige Balance zwischen den betrieblichen Zielen und den persönlichen Zielen der Mitarbeiter zu finden.

Der Terminkalender von Frank Koch ist für die kommenden Tage indes mehr als voll. Bestimmende Themen sind und waren die Öffnung des Waldkappeler Freibades und die Nutzung städtischer Räume für Vereine unter Corona-Bedingungen sowie persönliche Gespräche mit den Mitarbeitern der Verwaltung, des Bauhofes und der Kindertagesstätten über deren Arbeit und Befindlichkeiten. Darüber hinaus stünden erste Ortstermine bei Waldkappeler Bürgern an, die an Koch herangetreten seien.

„Die Sommerpause hilft nun ein bisschen dabei, sich in Ruhe einzuarbeiten“, sagt der Bürgermeister. Außerdem bliebe nun auch mehr Zeit. Zeit, um bei eigentlichen Kurzbesuchen nun auch längere Gespräche führen zu können.

Und wie möchte Koch einen Ausgleich zu seiner Arbeit finden? „Hobbys neben der Kommunalpolitik sind während meiner deutschlandweiten Arbeit in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen“, sagt er. Aus diesem Grund möchte er unbedingt wieder als Aktiver bei der Freiwilligen Feuerwehr Waldkappel mitmischen – natürlich nicht, ohne vorher das eigene Wissen aufzufrischen.

Am Mittwochnachmittag, als sich der erste Arbeitstag langsam gegen Feierabend neigte, seien dann doch noch etwas Aufregung und Freude aufgekommen: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Koch. Da sei ihm bewusst geworden, was für ein schönes Gefühl es ist, auf dem Stuhl des Bürgermeisters zu sitzen.

Auf das Amt hingearbeitet habe er nicht, mit der Position des Ersten Stadtrates sei es aber eine Option geworden. Auch, weil seine Familie den Schritt mittrug. Koch wohnt mit Frau und Sohn im Waldkappeler Stadtteil Harmuthsachsen. Das soll laut eigenem Bekunden auch so bleiben.

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