Kartoffelbrei fliegt nicht

Corinna und Dietrich Müller aus Bischhausen machen Kommunalpolitik in Waldkappel

Stadtrat und Stadtverordnete: Dietrich und Corinna Müller aus Bischhausen machen Kommunalpolitik in Waldkappel. Foto: Deppe

Bischhausen. Startschwierigkeiten gibt es bei den Müllers aus Bischhausen keine. „Wir führen unsere ersten politischen Gespräche am Tag schon um sechs Uhr morgens“, sagt Dietrich Müller, der ebenso wie seine Tochter in der Waldkappeler Kommunalpolitik für die SPD aktiv ist. Er aktuell als Stadtrat, sie als Stadtverordnete.

Das Interesse daran, das Geschehen in der Heimat mitzugestalten, hat der 61-Jährige von seinen Eltern geerbt. Die Mutter engagierte sich in der ÜWG, der Vater wählte die FDP, Müller selbst trat 1972 in die SPD ein. „Da flog bei hitzigen Diskussionen in der Küche schon mal der Kartoffelbrei oder ich habe morgens keine Brote mit zur Arbeit bekommen“, erinnert sich Müller, der im 38. Jahr die Waldkappeler Politik mitbestimmt. Auch wenn es so hitzig heute nicht mehr zugeht, einig sind sich Vater und Tochter nicht immer. „Bei der Jugendarbeit gehen wir nicht konform. Mein Vater wünscht sich eine komplette Stelle, ich finde, die halbe ist besser als gar nix“, sagt die 29-Jährige.

Corinna Müllers Politikkarriere begann früh. Mit 19 ließ sie sich auf einem der hinteren Listenplätze aufstellen und rutschte ins Parlament. „Als Lothar Hellwig damals anrief, dachte ich, es sei nur ein Scherz“, erinnert sie sich. Vater Dietrich schmiss spontan eine Wahlparty für die Tochter.

Den Weg nach oben hat die junge Lehrerin eingeschlagen: Bei der Kommunalwahl am 6. März kandidiert sie für den Kreistag. „Wir haben seit 1946 immer jemanden aus Bischhausen im Kreistag gehabt und das soll auch so bleiben“, sagt Dietrich Müller und geht noch einen Schritt weiter: „Für mich ist Corinna die zukünftige Bürgermeisterin von Waldkappel.“

Solche Zukunftsmusik ist aber nichts für Corinna Müller. „Wir warten jetzt erst mal die nächste Wahl ab und verteilen dann alle Aufgaben“, sagt sie und ergänzt: „Viele Gleichaltrige fragen mich: ‘Was machst du da eigentlich bei den Stadtverordneten?’“ Dann erklärt sie, wie wichtig das Engagement ist und dass sie sich auch gerade für junge Menschen einsetzt.

Die Diskussionen im Hause Müller sind jedenfalls noch lange nicht beendet – auf den letzten Drücker auf der gemeinsamen Fahrt zur Versammlung oder Fraktionssitzung und dann wieder auf dem Rückweg. Beide sagen: „Das ist dann die Nachlese.“

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