Hängebauchschweine irren immer noch bei Rodebach umher

Kein Schwein beim Fang

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Im Schweinsgalopp in die Gegenrichtung: Die Schweine sind zwar nicht wild, man kommt bis auf zwei Meter an sie heran, wenn es ihnen aber zuviel wird, geben sie Gas.

Rodebach. Sechs entlaufene Hängebauchschweine, von denen bereits eines verschollen ist, spazieren derzeit durch die Rodebacher Flur und sollen abgeschossen werden, wenn sie sich nicht wieder einfangen lassen.

Am Samstag war es nun soweit. Zwölf Tierschützer, vor allem aus den Nachbarlandkreisen Schwalm-Eder, Kassel und dem Vogelsbergkreis versuchten morgens um 11 Uhr, der entlaufenen Borstentiere habhaft zu werden. Pünktlich zum „Schweinetreiben“ kam dann auch noch das Sauwetter in Form von Dauerregen dazu. Die Zweifel mancher, die Schweine würden sich bei diesem Wetter ins trockene Dickicht verkriechen, wo man sie weder finden, noch herausbekommen würde, traten aber nicht ein. Nachdem Tanja Walter mit ihren Helfern den Plan zum Einfangen der Tiere besprochen hatte, machte sich Ingo Fischer, der Besitzer der Schweine, auf den Weg, um Kontakt zu den Tieren aufzunehmen.

Fischer fand die Schweine, die gerade damit beschäftigt waren, eine Wiese etwas umzugraben. Bewaffnet mit ehemaligen Tornetzen, die der Reichensächser Sportverein freundlicherweise gespendet hatte, sowie Stöckern und Treibebrettern, versuchte die Gruppe nun, die Schweinerotte in den Hänger zu treiben, der extra zwei Tage vorher aufgestellt worden war. „Wir hatten gehofft, dass die Schweine bei dem Wetter allein in den trockenen Hänger gehen und wir nur noch die Klappe schließen müssen“, sagte Walter. Offensichtlich roch der Hänger den Rüsseltieren aber dann doch zu sehr nach Gefangenschaft.

Bilder von der Schweinejagd

Bilder von der Schweinejagd in Rodebach

Also zeigten die Schweine ihren menschlichen Treibern, wer hier wen auf Trab hält und galoppierten in einem Affenzahn in das naheliegende Dickicht der Gartenanlagen, wo sie zwischen hohem Gras Baumstümpfen und Holzresten erst einmal verschnauften. Auch das weitere Treiben blieb trotz Verstärkung von zwei Rodebacherinnen, die das Spektakel verfolgt hatten und helfen wollten, erfolglos.

Die Befürchtung der Tierschützer, die Schweine würden in den benachbarten Wald fliehen und dort doch noch einer gerade an diesem Morgen stattfindenden Treibjagd zum Opfer fallen, trat genauso wenig ein, wie die Hoffnung, dass das dortige Hundegebell und die Schüsse der Jäger die Schweine vom Wald fernhalten würde. Hier zeigte sich das Geschick des Schweinehalters Fischer, der die ganze Rotte tatsächlich noch einmal aus dem Wald heraus bekam. Nach über drei Stunden im strömenden Regen wurde das erfolglose Vorhaben aber doch vertagt.

„Das nächste Mal kommen wir mit Blasrohren und Betäubungspfeilen“, versprach Walter. Die Schweine aber durchquerten den Rodebach und stiegen den gegenüberliegenden Hang hinauf, ironischerweise drei Meter an den geparkten Autos der Treiber vorbei.

Von Wolfram Skupio

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