B 7-Rückbau: Anwohner müssen jetzt kilometerlange Umwege in Kauf nehmen

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Hier ist Schluss für Verkehrsteilnehmer: Nach dem Kreisverkehr bei Bischhausen ist die ehemalige B 7 in Richtung Waldkappel wegen der Rückbauarbeiten gesperrt.

25 Kilometer Umweg, 30 Minuten Fahrtzeit mehr pro Strecke – das ist momentan Realität für Menschen aus Waldkappel, die in Richtung Eschwege fahren wollen oder umgekehrt. Sie sind genervt.

„Ich könnte jeden Tag kotzen“, sagt beispielsweise der Waldkappeler Henrik Stöber deutlich. Er pendelt täglich zu seinem Arbeitsplatz bei der Bundeswehr in Erfurt und muss wegen der Rückbauarbeiten an der früheren Bundesstraße B 7 den beschwerlichen Weg durchs Hosbachtal fahren.

„Der Sinn des Rückbaus einer noch so viel befahrenen Straße ist ja ohnehin fraglich. Aber wenn, dann wäre doch eine einspurige Sperrung sinnvoller gewesen“, so Stöber. Das betreffe neben ihm oder seiner Frau, die die zwei älteren Kinder seiner Familie täglich in die Kita Bischhausen bringen muss, schließlich Hunderte andere Leute.

Henrik Stöber

„Daran merkt man auch mal wieder, dass es schade ist, dass die Autobahnausfahrt nicht direkt bei Waldkappel, sondern bei Bischhausen ist. Sonst würde das Problem jetzt nicht bestehen und man könnte über die A 44 fahren“, meint er.

Wie Joachim Schmidt, Pressesprecher von Hessen Mobil, mitteilt, sei eine halbseitige Sperrung der Straße aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Autos würden dann zu nah an den Arbeitern vorbeifahren. Auch der Rückbau der ehemaligen B 7 sei durch den A 44-Ausbau unausweichlich. Denn es handele sich nun um eine Landesstraße, die dementsprechend übergeben werden müsse.

Ein anderer Bürger, der namentlich nicht genannt werden möchte, ist ebenfalls wenig begeistert von der Baumaßnahme. „Die B 7 ist in einem Top-Zustand, was von vielen anderen Straßen nicht behaupten kann. Es hätte genügt, an jeder Fahrbahnseite einen Standstreifen aufzumalen und so die Breite auf die einer Landstraße zu reduzieren. Das hätte viel Geld gespart“, sagt er. Weiterhin moniert der Mann den zeitlichen und nicht zuletzt finanziellen Mehraufwand für alle Autofahrer, die zwischen Bischhausen und Waldkappel unterwegs sind. Eine Alternative sei laut dem Bürger eine Umleitung über den gut ausgebauten Radweg mit Ampelregelung parallel zur ehemaligen B 7 gewesen.

Stattdessen weist Hessen Mobil für die Dauer der Bauarbeiten zwischen Kreisverkehr Bischhausen und Waldkappel bis voraussichtlich 27. September die Umleitung über die A 44 aus. Die nächste Auffahrt ist aber erst bei Hessisch Lichtenau. Deswegen fahren viele Menschen übers Hosbachtal oder alternativ Germerode. Bis 25. Oktober wird dann im Anschluss noch vom Rewe-Markt bei Waldkappel bis Harmuthsachsen saniert. Kosten insgesamt: 1,3 Millionen Euro.

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