Klein und sehr familiär: Die Kirche in Kirchhosbach hat einen echten Hingucker

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Pfarrer André Lecke zeigt den Blickfang in der Kirchhosbacher Kirche: die Kanzel von 1601 mit Bildnissen der Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. 

Kirchhosbach. 85 Gotteshäuser der evangelischen Kirche gibt es im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung – jede Kirche hat mindestens eine spannende Geschichte zu erzählen. Heute stellen wir Kirche in Kirchhosbach vor.

Die Kirche in Kirchhosbach taucht nicht nur im Ortsnamen auf, sondern stellt auch das Zentrum des 130-Seelen-Dorfes dar. Von Häusern umringt verschwindet sie nach dem Passieren des Ortsschildes von Bischhausen kommend aus dem Blickfeld, die Einfahrt zum Gotteshaus ist aber durch zwei ehemalige ältere, an der Straße und am Aufgang stehenden Glocken am vor ein paar Jahren umgestalteten unweiten Anger gut markiert.

„Die Kirche ist klein, aber sehr familiär“, sagt Pfarrer André Lecke. An den „wüsten“ Turm (Dachstuhl datiert auf 1699) mit Spitze schließt sich das Kirchenschiff an. Blickfänge im Inneren sind die helle, gepflegte Orgel aus dem Baujahr 19. Jahrhundert und vor allem die Kanzel von 1601. Darauf sind die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes in Bildnissen aufgemalt. „Ein Schmuckstück“, sagt Lecke. Je eine Kirchenglocke büßten die Kirchhosbächer in den Weltkriegen ein, weil die für Munition eingeschmolzen wurden, 1974 gab es ein neues Geläut.

Kirche ist in Kirchhosbach das Zentrum des örtlichen Lebens

Außenaufnahme: So sieht sie aus, die Kirche in Kirchhosbach.

Ansonsten ist die Kirche mit Ursprung im elften Jahrhundert sehr schlicht gehalten mit ihren grauen und weißen Elementen. Ins Auge fällt noch, dass nicht wie gewöhnlich ein-, sondern zweistöckig Sitzemporen eingebaut sind. Dass die Kirche das Zentrum des örtlichen Lebens darstellt, zeigt die Tatsache, dass der für jeden zugängliche Defibrillator im Eingangsbereich hängt.

Ein Problem ist hier der Sanierungsstau: Feuchte Stellen, undichte Fenster und vieles mehr sind Pfarrer André Lecke ein Graus. Doch die Anträge auf Fördergeld zum Beheben der Schäden wurden bislang noch nicht gewährt. Eigenes Geld dafür sei nicht da.

Nichtsdestotrotz machen Lecke und die Kirchengemeinde das Beste daraus: Gottesdienste, Andachten und das übliche Programm finden hier statt, an Weihnachten platzt die Kirche auch mal aus allen Nähten. Die Gemeindeglieder schätzen eben gerade das Enge, Familiäre, Kuschelige.

Moderner Weg ist eingeschlagen worden

Und moderne Wege geht die Kirche in Kirchhosbach auch: Sie ist, ebenso wie das Gotteshaus in Bischhausen, Teil eines Imagefilms. Die 17-jährige Suzanne Zell aus dem Ort tritt in dem Film als Moderatorin auf und stellt die Kirche vor. Als Kameramann war der Kirchhosbacher Bernd Hellbach am Werk.

„Ein professioneller Amateur“, wie ihn Pfarrer Lecke nennt. Darin gibt es Sequenzen eines Weihnachtskonzerts oder des Krippenspiels in Kirchhosbach zu sehen. Eine Frau kommt zu Wort und sagt: „Weihnachten ist für mich erst dann, wenn ich aus der Kirche gehe.“ Raum für Stille und Nachdenken würde das Gotteshaus ebenso bieten wie für Feiern.

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