Konzert in Waldkappel: Band Ohrenpeyn bringt Blut in Wallung

Mit Dudelsack, Schalmei, Drehleier und Trommel lieferte die Band „Ohrenpeyn“ mit Rüdiger, dem Rotbart, Stolav, dem Ungar, und dem schweigsamen Spanier am Samstagabend ein mitreißendes Konzert am Waldheim in Waldkappel.  

Im Waldkappeler Waldheim trat am Wochenende die Mittelalterband Ohrenpeyn auf. 

Rüdiger, der Rotbart, der schweigsame Spanier, Stolav, der Ungar, und Balthasar aus dem Morgenlande schlugen am Samstagabend in Waldkappel auf. „Wir wollen heute hier für Stimmung sorgen -– mit Musik aus einer anderen Zeit“, sagte Rüdiger, der Rotbart.

Der 48-Jährige machte keinen Hehl daraus, dass seine Band Ohrenpeyn nicht auf die gängigen Musikinstrumente schwört. Ganz im Gegenteil. Mit den Klängen von Dudelsäcken, Schalmei, Drehleiern und Trommeln wurden die rund 150 Gäste in Wallung gebracht.

Es gelang. Spätestens als die schwedische Nyckelharpa und die Mandoline zum Vorschein kamen, war die Stimmung auf dem Siedepunkt. Mit eigens komponierten Lieder und vielen Dialogen mit dem Publikum verpasste Rüdiger, der Rotbart, dem Abend eine ganze besondere Note. Langweilig wurde es nie. Selbst Waldkappels Bürgermeister Reiner Adam war begeistert von der Musik, obwohl er anfangs nicht dachte, dass es „seine Musik“ sei. Roland Schmiedek, der Vorsitzende des TSV Waldkappel, sagte: „Die dargebotene Musik und die Atmosphäre im Waldheim passen einfachen zusammen. Der Weg hierher hat sich gelohnt.“ 

Auf einem Mittelaltermarkt fing alles an

Mit dem Song „Auf zum Rand der Welt“ thematisierte Ohrenpeyn den Weg eines Seefahrers. Sein musikalischer Weg begann vor 21 Jahren. „Auf einem Mittelaltermarkt sah ich einen Dudelsack“, erzählte der Rotbart. Schnell war dem Sachsen klar: „Das will ich auch lernen. Der Sound des Dudelsacks ist was ganz Besonderes.“ Nachdem er die Blockflötenspielweise verinnerlicht hatte, kaufte sich der Rotbart den langersehnten Dudelsack.

In seiner vorherigen Band Fegefeuer nahm eine Bandkollegin auf einmal den Namen „Ohrenpeyn“ in den Mund. „Das Wort habe ich zuvor noch nie gehört“, erinnert sich der Rotbart, „aber mir gefiel der Name.“ Schnell war dem damals 27-jährigen klar, dass er seine erste Band so nennen wird.

Und so kam es. Nach der Gründung im Jahr 2000 veränderte sich die Besetzung immer mal wieder, aber „das Feuer ist geblieben“. Erst kürzlich begeisterte Ohrenpeyn auf der Burg Hanstein bei Bornhagen. Manuela Konrad von der Interessengemeinschaft Mittelgasse war unter den begeisterten Zuschauern: „Ich habe ein paar von uns überredet, sich das Spektakel mal anzuschauen.“ Jens Völling nahm die Einladung an und war voll des Lobes: „Obwohl ich eigentlich kein Fan der mittelalterlichen Musikszene bin, hat mich das, was die Jungs dargeboten haben, total begeistert.“

Noch während des Konzerts wurde die Band gefragt, ob sie auf dem Straßenfest der Interessengemeinschaft und des Werratalvereins spielen würde. Rüdiger, der Rotbart, schlug ein. Auf der Bühne freut er sich diebisch über dieses Angebot und sang lauthals: „Waldkappel ist nur einmal im Jahr“, was ihm noch mehr Fans bescherte.

Ohrenpeyn tritt im Waldkappeler Waldheim auf 

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