1. Werra-Rundschau
  2. Lokales
  3. Waldkappel

Kreis will sich gegen Starkregen und Hochwasser im Vorhinein schützen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Emily Spanel

Kommentare

Überschwemmung: Der Waldkappeler Stadtteil Friemen im Jahr 2018.
Überschwemmung: Der Waldkappeler Stadtteil Friemen im Jahr 2018. © Privat

Welche Straßen oder Plätze sind bei Starkregen besonders gefährdet? Gibt es in der Kommune kritische Bereiche wie zum Beispiel Altenheime, die in einem Überflutungsbereich liegen?

Werra-Meißner – Gibt es starke Hangneigungen bei landwirtschaftlichen Flächen, von denen das Wasser in den Ort fließt? Im Besonderen seit der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer des vergangenen Jahres sind die Themen Hochwasser- und Katastrophenschutz in das Bewusstsein auch der Kreis- und Kommunalpolitik gerückt.

Sogenannte kommunale Fließpfadkarten eignen sich für kleinere Ortschaften, besonders im ländlichen Raum. Sie zeigen in einer Auflösung von einem Quadratmeter eine erste Übersicht der potenziellen Fließpfade, die das Regenwasser bei einem Starkregenereignis nehmen würde. „Das Land Hessen hat über das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) die Möglichkeit für Kommunen geschaffen, dort Fließpfadkarten erstellen zulassen“, erläutert Jörg Klinge, Pressesprecher des Werra-Meißner-Kreises, auf Anfrage unserer Zeitung. Ebenfalls verfügbar seien Starkregen-Hinweiskarten und schließlich auch Starkregen-Gefahrenkarten.

Datengrundlagen der Fließpfadkarten 

Für die Erstellung der Fließpfadkarten werden folgende Datengrundlagen verwendet:

. digitales Geländemodell (fünf Quadratmeter und ein Quadratmeter)

. Gebäudegrundrisse

. landwirtschaftliche Nutzflächen

Diese Daten liegen hessenweit vor. Der verwendete Stand der Daten wird mit den Karten mitgeliefert. Bei landwirtschaftlichen Flächen wird nur zwischen Grünland und Ackerflächen unterschieden. Generell gilt: Fließpfade entstehen erst durch Taleinschnitte. Wenn keine Hangneigungen vorhanden sind, bleibt auch die Aussagekraft der Fließpfade gering. Zudem muss geprüft werden, ob das Kanalnetz einen Einfluss auf die Fläche hat. esp

Diese Karten könnten neben dem Hochwasserschutz auch Vorteile für den Katastrophenschutz bieten. „Durch die Stabsstelle Gefahrenabwehr des Kreises wurden entsprechende Informationen an die Bürgermeister weitergeleitet“, sagt Jörg Klinge. Denn sei es die originäre Aufgabe der 16 Städte und Gemeinden, Sorge für entsprechende vorbeugende Maßnahmen zu tragen.

Das Interesse im Werra-Meißner-Kreis ist dementsprechend hoch: Die Bürgermeister aller Kommunen haben ihr Interesse an Fließpfadkarten bekundet. Der Landkreis wird deshalb den Auftrag für die Erstellung sämtlicher Karten für den gesamten Werra-Meißner-Kreis gebündelt in Auftrag geben. „Die Karten für die Stadt Eschwege sind bereits erstellt“, berichtet Jörg Klinge.

Sogenannte kommunale Fließpfadkarten eignen sich für kleinere Ortschaften, besonders im ländlichen Raum. Sie zeigen in einer Auflösung von einem Quadratmeter eine erste Übersicht der potenziellen Fließpfade, die das Regenwasser bei einem Starkregenereignis nehmen würde.
Sogenannte kommunale Fließpfadkarten eignen sich für kleinere Ortschaften, besonders im ländlichen Raum. Sie zeigen in einer Auflösung von einem Quadratmeter eine erste Übersicht der potenziellen Fließpfade, die das Regenwasser bei einem Starkregenereignis nehmen würde. © Alexandr Schuler

Für den gesamten Kreis liegen die Kosten bei rund 10 250 Euro. Das HLNUG verlangt eine Aufwandsentschädigung in Höhe von zehn Euro pro Quadratkilometer. „Durch die Beteiligung der Kommunen in Höhe von 70 Prozent der anteiligen Kosten, die der Gebietsgemarkung der Kommune entsprechen, würden dem Werra-Meißner-Kreis letztlich Kosten von 2925 Euro entstehen“, so Klinge. Die entsprechenden Mittel stehen im Kreishaushalt des Werra-Meißner-Kreises bereit. » HINTERGRUND

Von Emily Hartmann

Auch interessant

Kommentare