Vierte Generation steht in den Startlöchern

Metallbau Rehbein bietet kunstvolles Handwerk

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Horst Rehbein mit Sohn Carsten und Tochter Carina im Ausstellungsraum. Geländer in allen Formen bis kunstvoll geschmiedet sind ein wichtiger Arbeitsbereich, seitdem Hufbeschlag und Wagenbau aus der Mode gekommen sind.

Waldkappel. Die Firma Rehbein Metallbau und Kunstschmiede in Waldkappel ist leicht zu finden. Wer hat schon eine Palme aus Edelmetall vor dem Haus, einen Dino aus ausgedienten Sägeblättern an der Hauswand und eine Bahnhofsuhr auf dem Hof?

Postalisch ist es hingegen nicht so einfach, weil die permanente Expansion den im 92. Jahr befindlichen Familienbetriebes neben der Leipziger Straße als Stammsitz durch den sukzessiven Ankauf und Anbau von Scheunen nach gegenüber in die Wiesengasse geführt hat. Letztere ziert auch das Schild „Rehbeingasse“, weil hier mit Schwarzmetallwerkstatt, Lackiererei, Garage, Lager und Büro inzwischen der Firmenschwerpunkt ansässig ist.

Angefangen hat Heinrich Rehbein am 1. April 1921 mit Hufbeschlag und Wagenbau, also eine klassische Schmiede, wie es sie fast in jedem Ort gab. Sohn Heinrich jun., der 1963 eine neue Werkstatt gebaut hat, ist in den Geländerbau eingestiegen, der mit Vordächern und Treppen heute noch die tragende Säule des Geschäftes ist.

Die Initialien des Chefs blieben auch in dritter Generation gleich, als 1985 Horst Rehbein das Ruder übernahm. Er ist zwar im Ursprungsberuf Schmiedemeister, hat aber niemals ein Pferd beschlagen.

In der Geschichte des erfolgreichen Familienbetriebes wurden über 50 Lehrlinge ausgebildet. Die haben, zumindest die aus jüngerer Zeit, von der Pike auf alles gelernt, was mit Zaun- und Toranlagen, Fenstergittern, Umzäunungen, Überdachungen, Industrie- und Sectionaltoren, Toren und Türen, Balkonanlagen und Reparaturen zu tun hat. Dabei können sie auf erfahrene Altgesellen und die mitarbeitenden Familienmitglieder samt Mutter Petra bauen, zusammen 16 Personen stark.

Der Beruf heißt heute Metallbauer, in der gestaltenden Variante ehemals Schmied und auf der konstruierenden Schiene ehemals Bauschlosser, erklärt Horst Rehbein, der bestens Bescheid weiß über seine Branche und sich nicht von ungefähr als deren Obermeister für den Kreis engagiert.

Inzwischen mischt die vierte Generation mit und bringt neue Initialen ins Spiel. Tochter Carina hat nach Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau bei Junghans in Eschwege den Weg zurückgefunden und ihr Bruder Carsten ist Metallbaumeister.

Diese optimale Nachfolge freut Vater Horst natürlich, der übrigens heute 58 Jahre alt wird und trotz Weltuntergangsgefahr Geburtstag feiert.

Referenzen Rehbeinscher Metallbau- und Kunstschmiedekompetenz vorwiegend in der Altbausanierung findet der Betrachter an der Löwenburg, auf Schloss Wilhelmshöhe, am Staatstheater Kassel oder als Burggrabentreppe auf Schloss Spangenberg und die Kaskaden am Herkules laufen über Bleche von Rehbein aus Waldkappel. Aktueller Blickfang ist die Wurzelbrücke an den Anlagen in Eschwege.

75 Prozent sind Privatkunden, mit 50 Prozent der Produkte aus Edelstahl folgt man dem Trend vom Holz zum pflegeleichten Edelmetall, die Auftragsbücher sind gefüllt, auch über den Winter, blickt Horst Rehbein optimistisch in die Zukunft. Firmenfarbe ist Blau und die steht für Verlässlichkeit und Leistung und macht sich gut an den Rehbeinschen Gebäuden im Stadtkern von Waldkappel.

Von Helmut Mayer

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