Im Labor der Mini-Einsteins

Waldkappeler Rappelkiste ist jetzt „Haus der kleinen Forscher“

Gleich fliegt der Teebeutel: Daniel (links) und Anton warten gespannt auf das Ergebnis ihres kleinen Experiments. Foto: Deppe

Waldkappel. Physik und Chemie gehören nur bei den wenigsten Schülern zu den Lieblingsfächern. Umso ungewöhnlicher, dass die Kinder der Rappelkiste in Waldkappel hellauf begeistert ein Experiment nach dem anderen durchführen. Für seine Initiative, schon den Jüngsten Naturwissenschaften schmackhaft zu machen, wurde der Kindergarten am Donnerstag von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet.

Was das Forschen für die Mini-Einsteins so spannend macht, ist, dass sich alle Experimente um ganz alltägliche Fragen drehen. Der Fokus liegt dabei auf den Elementen Wasser, Luft und Feuer. „Wenn die Kinder sich morgens auf unsere Räume aufteilen, ist der Forscherraum momentan der begehrteste“, erzählt Erzieherin Malgorzata Küllmer.

Die Kinder, alle stets mit Forscherkittel und selbstgebastelten Brillen bekleidet, werden beim Experimentieren ganz sich selbst überlassen. Sie bekommen zwar das Material gestellt, überlegen sich aber selbst Fragestellungen und kommen durch Ausprobieren auf die Lösung. Und mit denen überraschten sie am Donnerstag auch immer wieder ihre Eltern und andere Besucher der Rappelkiste.

„Die Vorbildung in diesen Fächern ist in der Schule häufig mangelhaft“, sagt Verena Koch von der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, die das Zertifikat und ein entsprechendes Türschild an Kindergartenleiterin Karla Csenar überreichte.

Das Zertifikat selbst dürfte den Kindern naturgemäß relativ egal gewesen sein. Sie führten allen Besuchern auf mehrere Räume verteilt stolz ihre Experimente vor. Dabei erklärten die kleinen Forscher, warum Coladosen mit Zucker in einem Wasserbecken untergehen, die ohne aber schwimmen. Sie führten Teebeutel vor, die durch Feuer zum Fliegen gebracht wurden und präsentierten selbstgebastelte Drachen, die dank einer Natronmischung fast unaufhörlich Schaum spuckten. Und auch die Erfahrung, dass durch Wasser hübsch aufgequollene Gummibärchen nicht mehr sonderlich gut schmecken, muss man erstmal machen.

Von Lasse Deppe

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