Nach der großen Überschwemmung: Eine Fete für die Helfer von Hetzerode

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Im Waldkappeler Stadtteil Hetzerode zählt die Gemeinschaft: Das wurde während der Helferfete mehr als deutlich. Serviert wurden Spezialitäten aus dem Smoker.

Hetzerode. Zu einer Frühschoppen-Helferfete eingeladen hat am Sonntag die Dorfgemeinschaft des Waldkappeler Stadtteils Hetzerode. Belohnt wurden die, die Ende Mai gegen die Folgen der Überschwemmung gekämpft hatten.

Am 27. Mai hatte das 150 Einwohner zählende Dorf die geballte Härte der Natur zu spüren bekommen: In nur etwa 30 Minuten wurde das kleine Dorf von einer Schlamm- und Hagellawine überrascht.

„So weit ich denken kann, gab es einige Naturkatastrophen und Hochwasser in Hetzerode, aber die Intensität dieses Hagelniederschlags hat die bisherigen komplett in den Schatten gestellt“, bestätigte Ortsvorsteher Heinrich Sennhenn. Die meisten Keller und Garagen in Hetzerode waren an jenem Sonntagabend im Mai voll mit Schlamm und Hagel. Sehr schnell fanden sich nach dem Hagelsturm die ersten Helfer auf der Straße ein und die Koordinierung der Aufräumarbeiten begann bereits direkt im Anschluss durch den Wehrführer Stefan Kellner und seinen Stellvertreter Marc Pfetzing.

Zunächst mussten die Straßen des Ortes geräumt werden. Hier erwies sich die starke Gemeinschaft der Hetzeröder als beispiellos. Alle möglichen Helfer, von klein bis groß, trugen dazu bei, dass bis Montagmittag die Straßen und Keller vom Schlamm und Hagel befreit wurden. „Wer Hetzerode an dem Unglückssonntag sah, hätte nie für möglich gehalten, dass diese Massen am Montag beseitigt sind“, fügte Sennhenn hinzu.

Hetzerode hat dieses Unglück bravourös gemeistert und konnte sich auf die vielen landwirtschaftlichen Geräte und Radlader des Ortes und der Nachbarorte verlassen. Zusätzliche Hilfe der Feuerwehren aus Waldkappel und Schemmern sowie des Technischen Hilfswerks aus Eschwege zeugten davon, dass man die Feuerwehrkameraden aus Hetzerode nicht im Stich ließ und bis Montagnachmittag half, wo es nur ging.

Zu der Helferfete trafen sich alle noch einmal wieder, um die starke Solidarität nicht als Selbstverständlich hinzunehmen. „Hier hilft man sich einfach, ohne große Bürokratie“, erläutert Matthias Schiller. Sennhenn erwähnte in seiner Rede alle beteiligten Helfer und bedankte sich über Spenden, die das Fest möglich machten.

Zur Begrüßung gab es Bratwurst von Schwein und Wildschwein, ehe Mike Mühlhause weitere Delikatessen aus dem Smoker servierte. Die vielen verschiedenen Köstlichkeiten, Bänke, Tische, Spielmöglichkeiten für die Kinder – in Hetzerode ist einfach jeder ein Teil des Ganzen.

Waldkappels Bürgermeister Rainer Adam war ebenfalls fasziniert von dieser Leistung. Sennhenn erklärte abschließend: „Hoffentlich werden wir in Zukunft wieder solche schönen Feste feiern, ohne vorher die Straßen vom Schlamm beseitigen zu müssen!“ (me)

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