Nach Sturm: Friemer wollen ihre ehrenamtlich aufgebaute Brücke zurück

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Durchs Unwetter zerstört: Im vergangenen Jahr wurde die Brücke über die Hetze bei der Überschwemmung weggerissen (links), heute fehlt sie vielen Friemern als Überweg.

Friemen – Die Friemer wollen ihre Brücke zurück. Das Bauwerk wurde bei einer Überschwemmung im vergangenen Mai weggerissen. Die Stadt Waldkappel hält das für nicht möglich.

Friemens Ortsvorsteher Harald Wetzel bekräftigt die Bedeutung der Brücke. Nicht nur, dass viele Arbeitsstunden darin stecken – nein, sie sei auch gut frequentiert gewesen.

 „Zum einen von Wanderern auf dem Weg Nummer 25, zum anderen von Menschen, die in der angrenzenden Siedlung wohnen und ins Dorf oder zum Friedhof gehen“, sagt Wetzel.

Der Ortsvorsteher gesteht zwar ein, dass die Brücke nach dem Unwetter vergangenes Jahr in ihrer bestehenden Form nicht mehr zu retten und dass die Entsorgung richtig war, wünscht sich aber eine neue. „Hier kommt uns die Stadt leider nicht entgegen, was ein Ärgernis für viele Friemer darstellt. Für uns wird in der Sache nichts getan“, erklärt Harald Wetzel. Ein Kompromiss könnte laut ihm doch beispielsweise sein, dass die Kommune das Material, also vorwiegend Holz, zur Verfügung stellt, und die Dorfgemeinschaft die Brücke wieder aufbaut. „Das würden wir schon hinbekommen“, verspricht der Ortsvorsteher.

Brücke nur über Privatgrund erreichbar

Bürgermeister Reiner Adam kann die Forderungen Richtung Stadt derweil nicht wirklich nachvollziehen. Denn die Brücke sei nur über einen Privatgrund zu erreichen. „Und der Besitzer möchte nicht, dass die Brücke wieder aufgebaut wird und jemand über sein Grundstück geht“, sagt der Verwaltungschef. Zudem sei ihm von dem Anlieger berichtet worden, dass die Brücke überhaupt nicht gut genutzt würde. „Da gehen im Jahr vielleicht ein oder zwei Leute drüber“, gibt Adam weiter. Wanderer könnten das Bauwerk auch leicht umgehen.

Davon mal abgesehen, sei die Stadt nicht in der Pflicht, eine Brücke zu ersetzen, die einst die Dorfgemeinschaft Friemen gebaut habe. „Andererseits würde die Verkehrssicherheitspflicht dann auf uns entfallen“, so Adam. Denn die Brücke an sich über der Hetze befinde sich auf städtischem Grund.

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