Pfarrer André Lecke plant Aufbau eines Internetangebots

Wenn die Kirche online geht: Offenes WLAN im Bischhausener Gotteshaus

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Ein Klick und man ist drin: Über das offene WLAN-Netzwerk mit dem Titel „Gast“ können Besucher der Bischhausener Kirche fix online gehen – zum Beispiel, um die neuesten Nachrichten der Region zu checken.

Bischhausen. Die Kirche in Bischhausen bietet als erste im Werra-Meißner-Kreis offenes WLAN für ihre Besucher an. Zudem plant Pfarrer André Lecke, in naher Zukunft ein Internetangebot zu erstellen.

 „Ich möchte andere Wege gehen und moderne Medien nutzen, um die Kirche als Gebäude zurück in die Lebenswirklichkeit der Menschen zu holen“, sagt der Geistliche.

Vor hatte Lecke das schon seit längerer Zeit. Zunächst standen aber technische Hürden im Weg. Das Signal von seinem Pfarrhaus unweit der Kirche reichte nicht aus für eine stabile Internetverbindung. Nachbarn wollten ihre Netzwerke zur Verfügung stellen. „Aber ich fahre nicht gerne auf dem Zug eines anderen“, erklärt Lecke. Daher wurde eine sogenannte Richtfunkstrecke installiert. Vom Dachboden des Pfarrhauses wird das Signal auf einen Sender im Kirchturm geleitet, von dem aus wiederum Kabel zu einem Router im Kirchraum führen. So können sich Leute in der Kirche jetzt mit Smartphones, Tablets oder theoretisch auch Laptops kostenlos in das WLAN einloggen.

„Das macht vor allem Sinn, weil wir ja von April bis Oktober eine offene Kirche und auch eine zertifizierte für Radfahrer und Pilger sind“, ergänzt Lecke. Wenn also jemand einkehrt, kann er im Gotteshaus fix online gehen, seine Mails checken oder Bilder bei Facebook hochladen – zum Beispiel. „Vielleicht locken wir ja so den ein oder anderen Touristen an.“

Infos zur Historie

Um das Angebot eben für solche Durchreisende zu verbessern, hat Lecke erste Gespräche mit dem in Bischhausen wohnhaften Historiker Dr. Karl Kollmann aufgenommen. „Wir wollen über einen QR-Code in der Kirche Informationen, etwa als Tonaufnahmen, über die Geschichte von Kirche und Dorf zugänglich machen“, erläutert er.

Auch ihm nutzt das WLAN bei dem Gottesdienst, um vermehrt Bilder oder Videos aus dem Internet mit einzubinden. Und natürlich, um Live-Übertragungen von den vielen Fledermäusen unterm Kirchendach im Rahmen eines Naturschutzprojektes in Schulen zu übertragen (wir berichteten). Alles wird moderner. Auch plant der Pfarrer, eine Plattform zu erstellen, auf der Inhalte hochgeladen werden. Ob bei Facebook, einer Homepage, Youtube oder in einer Kombination daraus ist noch unklar. Am 29. April beispielsweise konzertiert ein Streich-Quintett in der Kirche. „Bis dahin soll die Technik stehen und ich möchte einen Mitschnitt online zugänglich machen. Die Kirche als Raum soll geöffnet werden – nicht mehr nur für den sonntäglichen Gebrauch“, schildert Lecke.

Ludger Arnold, Vorsitzender der Kreissynode, hält es für eine gute Idee, offenes WLAN in Kirchen anzubieten. „So stellen wir uns gut für die Zukunft auf. Gerade bei Rad- und Pilgerkirchen ist das ein sinnvolles Angebot“, sagt er.

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