Mit Leib und Seele im Amt

Hetzerodes Ortsvorsteher Heinrich Sennhenn erhält Bundesverdienstkreuz

Seit 40 Jahren Ortsvorsteher von Hetzerode: Heinrich Sennhenn mit seiner Urkunde des Bundesverdienstkreuzes am Eingang von Hetzerode.
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Seit 40 Jahren Ortsvorsteher von Hetzerode: Heinrich Sennhenn mit seiner Urkunde des Bundesverdienstkreuzes am Eingang von Hetzerode.

Heinrich Sennhenn ist seit 40 Jahren Ortsvorsteher von Hetzerode. Jetzt hat er für sein großes Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen.

Hetzerode – Heinrich Sennhenn ist ein kommunalpolitisches Urgestein im Waldkappler Ortsteil Hetzerode. Vor über 40 Jahren, im Mai 1981, wurde er erstmals zum Ortsvorsteher seines Heimatortes gewählt. Ein Amt, das der 70-Jährige seither ununterbrochen begleitete und noch bis zur Wahl 2026 ausführen möchte, wenn es die Gesundheit zulässt.

Für dieses langjährige Engagement überreichte Volker Bouffier, der Ministerpräsident von Hessen, ihm am vergangenen Mittwoch das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Eine Auszeichnung, die Sennhenn mit Dank im Kloster Eberbach im Rheingau entgegennahm.

Über seine Zeit als langjähriger Ortsvorsteher im 150 Einwohner kleinen Dorf Hetzerode sprachen wir mit dem Würdenträger.

Herr Sennhenn, wie kam es dazu, dass Sie 1981 Ortsvorsteher wurden?

Ich kann mich noch genau erinnern. Bei der Kommunalwahl 1981 waren zwei Listen in Hetzerode zur Wahl angetreten. Eine Liste von Bewerbern der SPD und eine der Freien Wählergemeinschaft (FWG). Die Stimmabgabe ergab, dass die FWG 51 Stimmen und die SPD 50 Stimmen erhielt. Somit hat die eine Stimme den Ausschlag gegeben, und ich wurde zum Ortsvorsteher gewählt.

Was war Ihre erste Amtshandlung als Ortsvorsteher?

Glücklich über das Wahlergebnis, habe ich erst mal den Hetzerödern ein Getränk ausgegeben.

Welche Amtshandlungen gab es in den darauffolgenden Jahren?

Ende der 1980er-Jahre wurden ein Spielplatz in der Dorfmitte gebaut, der Kirchplatz neu gestaltet, eine Feuerwehrhütte am Sportplatz errichtet und das Dorfgemeinschaftshaus renoviert. Alles unter dem Motto: Gemeinsam zum Ziel. Weiterhin wurden die Bushaltestelle von der viel befahrenen Hauptstraße in die Dorfmitte verlegt, ein Feuerwehrgerätehaus gebaut, die Wege zum Friedhof erneuert und Begrüßungshäuschen an den Ortseingängen gestaltet.

Welches Projekt ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?

2014 wurde gemeinsam der Dorftreff gebaut. Ein Platz, an dem vorher ein altes Spritzenhaus stand, wurde somit zum liebsten Treffpunkt. Die vielen Arbeiten konnten jedoch nur mit kräftiger Unterstützung der Bewohner realisiert werden, die größtenteils über ein ganz hervorragendes handwerkliches Geschick verfügen und viele Stunden unermüdlich halfen.

Wer 40 Jahre Ortsvorsteher ist, dem muss seine Aufgabe auch Spaß bringen, oder?

Ja. Es ist einfach schön zu sehen, wenn die durchgeführten Arbeiten auch Früchte tragen. Besonders hervorzuheben ist in Hetzerode, dass dort viele junge Familien leben und auch hierbleiben wollen. Deswegen haben wir fast 20 Kinder und Jugendliche im Dorf. Gerade die Arbeit mit der heranwachsenden Generation bereitet mir Freude. Beim jüngsten Freiwilligentag haben wir mit den Kindern Insekten-Hotels gebaut – und das mit großer Begeisterung.

Haben Sie auch eine Lieblingsaufgabe als Ortsvorsteher?

Es gibt viele tolle Aufgaben als Ortsvorsteher. Ich mähe gerne die Grünflächen im Dorf, schaue nach dem Rechten und tausche mich stets bei schöner Geselligkeit mit den Hetzerödern aus.

Wird Ihre Prämierung auch gefeiert?

Natürlich! Solch eine Ehrung werde ich nur einmal im Leben erhalten, das muss gefeiert werden. Ich wurde schließlich zehn Mal von den Hetzerödern zum Ortsvorsteher gewählt, wir haben die vielen Jahre super zusammen gearbeitet, jetzt ist es mir ein großes Bedürfnis, mich dafür zu bedanken. Daher wird es am Sonntag ein Fest im Dorfgemeinschaftshaus geben.

Wird es Ihnen schwerfallen, das Amt einmal niederzulegen?

Nein, ich denke nicht. Die Weichen für einen reibungslosen Amtsübergang sind bereits gestellt. Dann wird Thomas Lentz, der seit 2015 mein Stellvertreter ist, voraussichtlich Ortsvorsteher werden. Außerdem denke ich nicht, dass sich nach meiner Amtsabgabe viel ändern wird. Dann werde ich weiterhin nach dem Rechten sehen, im ständigen Austausch mit den Hetzerödern bleiben und mich im Dorf engagieren. (Carolin Ebert)

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