Ausstrahlung am Samstag in der Hessenschau

Ortsvorsteher rief alle an: Eltmannsee ist Kandidat für das Dolle Dorf 2014

Landleben aus nächster Nähe: Das Hessenschau-Team um Reporterin Nora Enns (rechts) besuchte unter anderem die Minischweine Ella und Bella auf dem Hof von Stephanie Günther (links). Foto:  Deppe

Eltmannsee. Die Aufregung am Donnerstagabend war groß, als in der Hessenschau im Hessischen Rundfunk das kleine Dorf Eltmannsee als Kandidat für den Titel Dolles Dorf 2014 gezogen wurde. Ortsvorsteher Jürgen Reinhardt informierte alle Dorfbewohner persönlich via Telefon. Viele Anrufe hatte er dabei nicht zu tätigen – in den 13 Häusern um den kleinen See leben nur 39 Einwohner.

Das sind noch einige weniger als HR-Reporterin Nora Enns dachte, als sie mit ihrem dreiköpfigen Technikteam direkt aus dem Hessenschaustudio in Frankfurt in Richtung Waldkappel aufbrach. Für Enns, die seit mehr als einem Jahr als Reporterin die „dollen Dörfer“ besucht, ist Eltmannsee die bisher kleinste Ortschaft. „Ich habe die Erfahrung gemacht, je weniger Einwohner ein Ort hat, desto schöner sind die Geschichten, die die Menschen zu erzählen haben“, sagt sie. „Die Leute haben einfach viel mehr Bock bei uns mitzumachen.“ Dass in Eltmannsee nicht wie angenommen 63 Menschen leben,

„Je weniger Einwohner ein Ort hat, desto schöner sind die Geschichten, die die Menschen zu erzählen haben.“

kommt der HR-Reporterin also gerade recht.

Am Donnerstagabend angereist, begann das HR-Team die Dreharbeiten für den etwa fünfminütigen Beitrag schon früh am Morgen und stellte mit Hilfe der Einwohner das in Eltmannsee traditionelle Seefest nach. Sogar für das Brühtrogrennen fand sich ein Mutiger, der bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt mit bloßen Händen durch das kleine Gewässer paddelte.

Am Vormittag traf die Reporterin dann die volle Wucht des Landlebens. Gemeinsam mit einigen Dorfbewohnern wurde Holz gespalten und Kühe gefüttert. Das Schicksal einer besonderen Kuh berührte dabei besonders. Das Tier hatte sich als Kalb ein Bein gebrochen. „Anstatt sie wie in so einem Fall einzuschläfern, haben wir mal Geld in die Hand genommen und sie in eine Tierklinik zur Behandlung gebracht“, erzählt Heiko Rüppel. Die Kuh kam wieder auf die Beine und hat inzwischen selbst Kälbchen geboren.

Ortsvorsteher Jürgen Reinhardt konnte beim Dreh leider selbst nicht teilnehmen. Eine zweitägige Arbeitsschicht verpflichtete ihn anderweitig,

Übernachtet hat das Fernsehteam übrigens nicht in Eltmannsee, sondern in Burghofen. Dort waren sie in der letztjährigen Ausscheidungsrunde zu Gast, „Den Stern hatten wir noch in guter Erinnerung“, sagt Nora Enns. Aus dem Werra-Meißner-Kreis sind in diesem Jahr bereits das Waldkappeler Dorf Friemen und Wichmannshausen, das zu Sontra gehört, als Kandidaten für das Dolle Dorf 2014 dabei.

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