Osterfeuer in Waldkappel brennt lichterloh

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Steht in Vollbrand: das aufgeschichtete Waldkappeler Osterfeuer. Steht in Vollbrand: das aufgeschichtete Waldkappeler Osterfeuer.

Bisher unbekannte Feuerteufel haben den ursprünglich für das Osterfeuer angehäuften Berg an Baum- und Strauchschnitt in Waldkappel angezündet. 

Waldkappel.  Vorsätzlich in Brand gesteckt worden ist das Waldkappeler Osterfeuer: Lichterloh brannte der schon Tage zuvor aufgeschichtete Baumschnitt in der Nacht zu Sonntag; meterhoch schlugen die Flammen in den Waldkappeler Nachthimmel.

Zwei Drittel des Berges sind abgebrannt 

Sofort, so berichtet Waldkappels Stadtbrandinspektor Carsten Degenhardt, waren Einsatzkräfte der Kernstadtwehr Waldkappel vor Ort, dazu Beamte der Polizeistation Eschwege und Aktive des Rettungsdienstes. Schnell habe man die Lage unter Kontrolle gebracht, sagt Carsten Degenhardt, aber: Zwei Drittel des Osterfeuers waren nicht mehr zu retten. „Nicht bestimmungsgemäß abgebrannt“ sei das Osterfeuer – das ist seine förmliche, beinahe höflich klingende Umschreibung für eine Straftat.

Anzeige bei Polizei erfolgt

„Wir werden diese umgehend bei der Polizei zur Anzeige bringen“, erklärte Waldkappels Bürgermeister Rainer Adam am Montag. Neben der ohnehin angespannten Situation durch die diversen Maßnahmen, die nötig sind, um das Corona-Virus an der Ausbreitung zu hindern, muss sich Rainer Adam nun auch um diese Aufgabe kümmern.

„In den Sozialen Medien wie Facebook haben wir den Brand ebenfalls eingestellt“, erklärt der Bürgermeister. „Möglicherweise werden so ja Zeugen erreicht, die der Polizei wertvolle Hinweise geben können.“

Trotz Sammlung war Osterfeuer bereits abgesagt

Angesteckt werden sollte das Waldkappeler Osterfeuer in diesem Jahr nicht. Zwar sei in den vergangenen Wochen ganz regulär mit der Sammlung von Baum- und Strauchschnitt begonnen worden – „bedingt durch die aktuelle Lage in der Corona-Krise wurde das Waldkappeler Osterfeuer selbstverständlich schon längst abgesagt“, erklärt Rainer Adam. Federführend organisiert hatte die Sammlung und das Osterfeuer ganz traditionell der Sportverein TSV Waldkappel, Sparte Fußball.

Am gestrigen Montag nun hätten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs damit beginnen sollen, den sorgfältig geschichteten Baum- und Strauchschnitt abzutransportieren. 

Hinweise zu dem/den Feuerteufel/n nimmt die Polizei in Eschwege, Telefon 0 56 51/9250, entgegen.

Kommentar: 

Tat lässt sprachlos zurück

Was – oder gerade: was nicht – muss dem oder den Täter/n von Waldkappel in der Nacht zu Sonntag durch den Kopf gegangen sein? Lustig ist das Niederbrennen eines aufgeschichteten Osterfeuers ganz sicher nicht. War es gefährlicher Leichtsinn – oder doch pure Absicht? Sei es drum – in einer derart kritischen Zeit wie dieser, in der Feuerwehren ihre Übungsdienste absagen, Aktive auf gemeinsame Lehrgänge verzichten, sogar noch wesentlich mehr auf ihre Gesundheit achten als ohnehin, um dauerhaft einsatzfähig zu bleiben in der Corona-Krise, stets im Dienste der Allgemeinheit – in einer solchen Zeit lässt diese Tat sprachlos zurück. Absolut unnötig haben sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Waldkappel in der Nacht zu Sonntag einer Gefahr aussetzen müssen. Ausgerechnet diejenigen, die im wirklichen Notfall einer ganzen Stadt mit ihren Kenntnissen helfen müssen, ja im Bedarfsfall über die städtischen Grenzen hinweg zum Einsatz kommen. Und auch die städtische Verwaltung unter Bürgermeister Rainer Adam hätte sicher liebend gern auf den zusätzlichen Aufwand verzichtet. Dass die Tat zur Anzeige gebracht wurde, ist zu begrüßen – auch wenn es nie zur Debatte stand, das Osterfeuer ganz regulär zu entzünden. Ein derart unsoziales Verhalten aber muss juristisch verfolgt werden. 

esp@werra-rundschau.de

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