Gestrandeter Zirkus

Bischhausen: Peta fordert Abgabe von Zirkustieren - Veterinäramt sieht kein Problem

Seit über einem Jahr in Bischhausen gestrandet: Die Tierrechtsorganisation Peta fordert den Zirkus in einer Pressemitteilung dazu auf, seine Tiere abzugeben.
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Seit über einem Jahr in Bischhausen gestrandet: Die Tierrechtsorganisation Peta fordert den Zirkus in einer Pressemitteilung dazu auf, seine Tiere abzugeben.

Auf unseren Bericht über den wegen der Pandemie seit über einem Jahr in Waldkappel-Bischhausen gestrandeten Zirkus Bügler hat sich nun die Tierschutzorganisation Peta gemeldet.

Bischhausen - Unter Bezugnahme auf die Situation des Zirkus appelliert Peta in einer Pressemitteilung an das Zirkusunternehmen, das Pferde und ein Lama hält, die Tiere dauerhaft an Lebenshöfe, zoologische Einrichtungen oder geeignete Auffangstationen abzugeben. Außerdem wird das Veterinäramt des Werra-Meißner-Kreises aufgefordert, die Versorgung der Tiere zu sichern.

„Viele Zirkusse sind nicht in der Lage, die Tiere in Krisenzeiten ausreichend zu versorgen. Deswegen appellieren wir an betroffene Betriebe, sie nun freiwillig abzugeben und dem Vorbild tierfreier Zirkusunternehmen zu folgen“, sagt die Biologin Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta.

Abgabe der Zirkustiere wird von Peta gefordert

Tiere gehörten ihrer Meinung nach ohnehin nicht in einen Zirkus, und spätestens jetzt dürfte angesichts der prekären finanziellen Lage vieler Kleinzirkusse klar sein, dass ihnen ein weiteres Leben im Zirkus erspart bleiben müsse.

In Zirkusbetrieben würden nicht nur Wildtiere unter den unnatürlichen Bedingungen leiden – auch die Haltung von Tieren wie Kamelen, Pferden oder Ponys sei bei vielen Zirkussen mangelhaft. Die Unterbringung in kleinen Gehegen und eine oftmals mangelhafte Versorgung, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führe zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod, so Peta.

Deutschland solle in dieser Hinsicht dem Beispiel anderer Staaten folgen: So hätten Griechenland, Malta und Zypern die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben bereits komplett verboten.

Kreis-Veterinäramt: „Alle Tiere in gutem Zustand“

Landkreissprecher Jörg Klinge sagt auf Anfrage, dass das Veterinäramt im vergangenen Jahr und auch am gestrigen Freitag in Bischhausen war. „Alle Tiere sind in gutem Pflege- und Ernährungszustand“, sagt Klinge. Einzig bei dem im Zirkus gehaltenen Lama müsse die Zehenpflege erledigt werden.

„Da das Tier ein Einzeltier ist, haben wir dem Zirkus allerdings auferlegt, dass es bis zum März abgegeben oder ein weiteres Lama hinzukommen muss“, sagt Klinge. Eine Unterbringung bei anderen Lamas in der Region sei auch möglich.

„Die Forderung von Peta, alle Tiere abzugeben, ist nicht zu rechtfertigen“, so Klinge. Er warne vor der pauschalen Verurteilungen von Zirkussen. (Maurice Morth)

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