Rauch über Waldkappel: Herbstübung der Freiwilligen Feuerwehr

Wird erst beruhigt und dann durch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Waldkappel gerettet: die Zivilistin, die durch die Rauchentwicklung in ihrer Wohnung eingeschlossen ist. Fotos:  Schöggl

Waldkappel. Unter kritisch prüfendem Blick der Alters- und Ehrenabteilung ist die Freiwillige Feuerwehr der Kernstadt Waldkappel am Wochenende zu ihrer letzten Übung für das aktuelle Jahr angetreten und hat dabei den Qualm einer erwärmten Gasflasche bekämpft.

Ein Zivilist konnte erfolgreich gerettet werden; ein anderer musste tot geborgen werden.

Denn auch darauf müssen sich die Brandbekämpfer einstellen, die traditionell dreimal im Jahr den Ernstfall proben, bei dem nicht nur jede Minute, sondern auch jede helfende Hand wichtig ist: bei der Frühjahrs-, Pfingst- und Herbstübung.

In der Kirchplatzstraße ist aufgrund einer stark erwärmten Gasflasche ein Zimmerbrand im ersten Stockwerk mit drastischer Rauchentwicklung entstanden. Die Einsatzkräfte haben zuerst eine Anleiterbereitschaft (eine hohe Feuerwehr-Leiter) aufgestellt, um über diese eine schwer geschockte und vom Rauch in die Enge getriebene Zivilistin an einem Fenster im zweiten Stockwerk zu betreuen. Zudem sollte so den Atemschutzgeräte-Trägern ein weiterer Fluchtweg für unerwartete Zwischenfälle geboten werden. Die Gasflasche konnte schnell geborgen und in ein Kühlbecken gebracht werden; nachdem das Treppenhaus mithilfe eines Druckbelüfters vom Rauch befreit wurde, konnte die Zivilistin das Gebäude sicher verlassen. Ein Dummy aus der Brandwohnung hingegen erlitt schwere Rauchverletzungen und verstarb leider noch vor Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort.

Zufällig anwesende Passanten verfolgten den Einsatz mit großer Spannung und applaudierten den freiwilligen Einsatzkräften als Dank und Anerkennung für ihr Engagement; es sei gut zu wissen, dass trotz Mangel an Nachwuchs immer geübte und mutige Helfer bereitstünden, um Leben zu retten. Ein Glück aber, dass es sich bei diesem Einsatz nur um eine Übung handelte.

Zu einer ordnungsgerechten Herbstübung gehörte natürlich eine anschließende Versammlung zur Nachbesprechung und der „Austausch über weitere Vereinsangelegenheiten“. Wehrführer Martin Tippach bedankte sich bei Michael Laubach von ML-Audio für die Zurverfügungstellung des Übungsobjektes – das einstige Wohnhaus des ehemaligen Kommandanten und Ortsbrandmeisters Karl März.

Von Lorenz Schöggl

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