Raum für Tod und Trauer

Stummes Figurentheater überzeugt durch Authentizität

Einzigen Gäste auf der Bühne: Die Künstlerin Sonja Lenneke machte mit zwei Puppen deutlich, wie aus Trauer um dem Tod eines geliebten Menschen wieder Hoffnung wächst. Foto: Saur

Waldkappel. Trauer ist kein Thema zum Schweigen – das ist die Botschaft, die Sonja Lenneke vermittelt. Die Künstlerin war mit einem von ihr entworfenen Theaterstück in der Karlheinz-Böhm-Schule in Waldkappel zu Gast, das eine Besonderheit aufwies: Es wurde kein Wort gesprochen.

Entstanden ist statt der Worte ein Raum, in dem Platz blieb, sich mit den Themen Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Aus beiden Gefühlen ist im Laufe des Stücks, das die Künstlerin mit zwei Handpuppen vortrug, Zuversicht geworden: Denn es zeigte auf, wie mit dem Verlust einer geliebten Person umgegangen wird und wie man auf dem schwierigen Weg der Trauer und Aufarbeitung begleitet werden kann.

Die Zuschauerinnen Annemarie Deiß, Gabi Hutter und Marion Füllgraf fanden nach dem wortlosen Stück die passenden Worte, um ihre Eindrücke zu beschreiben. „Authentisch, liebevoll und vor allem berührend“ , charakterisierten sie das Theaterstück. Sonja Lenneke, die als Kindertherapeutin arbeitet, spricht mit ihrem Figurentheater bewusst ein Thema an, über das sonst gerne geschwiegen wird. Die Zuschauer sollen die Möglichkeit haben, das Dargestellte zu interpretieren und einen eigenen Eindruck zu bekommen.

„Für mich haben die Figuren alle eine eigene Geschichte, aber ich will diese niemandem aufdrängen, da die Neutralität der Figuren und das Fehlen der Worte im Stück eine Projektionsfläche bilden“, erklärt die Künstlerin. „So kann man die jeweils individuellen Geschichten der Zuschauer auf die meiner Figuren übertragen.“

Veranstaltet wurde das Figurentheater vom Hospizdienst „Freunde und Förderer der Diakonie“ anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens.

Von Anna-Lena Sauer

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