Jagdverein Hubertus Eschwege plädiert für einen vernünftigen Umgang

Reservate für den Wolf: Jäger fordern geschützte Areale abseits der Weidetierhaltung

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Die Wolfspopulation steigt: Der Eschweger Jagdverein Hubertus fordert, den Wolf dem Jagdrecht zu unterstellen und den Tieren Reservate zuzuweisen. Infrage käme der Hohe Meißner und der Kaufunger Wald.

Der Jagdverein Hubertus Eschwege plädiert für einen vernünftigen Umgang mit dem Wildtier Wolf und fordert, den Wolf in Hessen dem Jagdrecht zu unterstellen.

Die sich häufenden Wolfssichtungen und Wolfsrisse in Nordosthessen legten nahe, dass es sich nicht mehr nur um durchwandernde Einzelwölfe, sondern um mehrere Wölfe handele, die sich in unserer Region fest etablierten. „Die Jäger haben neben den Weidetierhaltern am ehesten Kontakt zu den Wölfen“, erklärt Dr. Jörg Brauneis vom Jagdverein Hubertus.

Schwerpunkt der Wolfsmeldungen ist derzeit das Stölzinger Gebirge nahe Waldkappel, die zunehmende Zahl an Wölfen ist dort bereits mehrmals nachgewiesen worden.

Mehr als 1300 Tiere leben in Deutschland

Dass der Wolf in ganz Deutschland kein seltenes Tier mehr ist, das zeigen auch Schätzungen vom Deutschen Jagdverband aus diesem Jahr. „Mehr als 1300 Tiere leben in Deutschland“, sagt Brauneis.

Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts Wölfe in Deutschland ausgerottet waren, gab es im Jahr 2000 in der sächsischen Lausitz erstmals wieder ein Rudel, das aus Polen eingewandert war. Schon im Jahr 2017/2018 gab es nach Mitteilung des Bundesamtes für Naturschutz wieder 73 Wolfsrudel und 30 Wolfspaare in Deutschland.

„Diese Populationsentwicklung äußert sich heute vor allem mit Problematiken in der Weidetierhaltung“, erklärt Brauneis. Waren es zum Beispiel im Jahr 2007 nur 30 Wolfsangriffe auf Nutztiere, ist die Zahl im Jahr 2017 auf knapp 500 gestiegen. Bei diesen Wolfsangriffen wurden etwa 1667 Nutztiere getötet.

Deshalb fordert die Jägerschaft Eschwege, dass Areale definiert werden, in denen Wölfe nicht geduldet werden: städtische Bereiche, aber auch Landschaften, die auf Weidetierhaltung zur Erhaltung der Landschaft und Artenvielfalt angewiesen sind.

Wolfsschutzareale einrichten

Außerdem fordert der Jagdverein, dass Wolfsschutzareale eingerichtet werden, in denen die Wölfe unbeeinflusst vom Menschen leben können. Hierzu würden sich große Waldgebiete anbieten, zum Beispiel der Kaufunger Wald, der Hohe Meißner, das Stölzinger Gebirge und der Seulingswald.

„Die Zahl der Jagdabschüsse muss dann selbstverständlich an die Anwesenheit der Wölfe angepasst werden, indem mehr Wild als Beutetier für den Wolf toleriert wird“. Der Jägerschaft ist wichtig, dass Wanderschäferei und Weidetierhaltung in Hessen weiterhin möglich ist. Deshalb müsse für landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe mit Schwerpunkt Weidetierhaltung der Kostenersatz für den Herdenschutz und für gerissene Tiere existenzsichernd sein.

Herdenschutzmaßnahmen (Materialkosten, Zeit- und Personalaufwand) müssten vollständig vom Land Hessen übernommen werden. Das gelte auch für gerissene Haustiere.

Teil des Wolfsmonitorings

Auch fordert der Jagdverein, dass Jäger Teil des Wolfsmonitoring werden. Das bedeutet, dass sie Wolfsrisse- und -sichtungen für Erhebungen erfassen.

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