Sie warten auf bessere Zeiten

Familien-Zirkus seit über einem Jahr in Bischhausen gestrandet

Ein Mann und eine Frau stehen neben einem weißen Pferd.
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Steckt wegen der Pandemie am Sportplatz in Bischhausen fest: der Familien-Zirkus Bügler.

Seit über einem Jahr sitzt das zehnköpfige Team des Zirkus Bügler wegen der Coronapandemie nun schon am Sportplatz im Waldkappeler Stadtteil Bischhausen fest.

Bischhausen – Warten, warten und nochmals warten – nichts anderes bleibt dem Familien-Zirkus Bügler derzeit übrig. „Im Oktober 2019 haben wir hier noch Vorstellungen gegeben, wollten wegen des nahenden Winters noch einen Moment hier bleiben und dann kam die Coronapandemie“, sagt Zirkus-Managerin Esther Krämer. Seitdem konnte der Zirkustross, bestehend aus fünf Campingwagen, einem Anhänger für das Zirkuszelt, einem Packwagen für Heu- und Stroh, einem Anhänger für die Tiere, einem Toiletten- und Badewagen sowie historischen Treckern nicht weiterziehen. Exotische Wildtiere hält der Zirkus nicht, drei Pferde und ein Lama reisen mit dem Familienbetrieb. „Unser Programm besteht aus Feuerspucken, Lassodrehen, Jonglieren, Clowns und Spielen für Kinder“, so die 53-Jährige. Momentan lebe man allerdings sprichwörtlich von der Hand in den Mund, denn auch während des vergangenen Sommers, in dem es für einige Betriebe Lockerungen gab, durften keine Vorstellungen gegeben werden. „Wir haben derzeit keine Einnahmen und sind auf Spenden angewiesen“, sagt die Zirkus-Managerin.

Vor allem die Stadt Waldkappel sei ihnen in Person von Bürgermeister Frank Koch, seinem Vorgänger Rainer Adam und Bischhausens Ortsvorsteher Lothar Hellwig sehr entgegengekommen. Untergekommen ist man auf dem Stellplatz, wo sonst das Bischhäuser Kirmeszelt steht. „Miete muss nicht gezahlt werden, aber der übliche Abtrag für Wasser, Abwasser und Strom“, sagt Ortsvorsteher Lothar Hellwig.

Bedanken möchte sich Esther Krämer bei den Bischhäusern: „Das sind sehr nette Leute. So lange Zeit stehen wir hier schon. Mit dem benachbarten Fußballverein und dem Tennisklub gibt es keine Probleme, die Menschen grüßen freundlich und haben uns schon einige Dinge gespendet. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Beschwerden seien ihm bislang nicht zu Ohr gekommen, sagt Ortsvorsteher Lothar Hellwig zu der besonderen Situation.

Das Heim auf Zeit für Familie Bügler.

Dass es trotzdem kein Dauerzustand sei, weiß Esther Krämer. Man sei auf der Suche nach einem befestigten Platz mit Strom und Wasser – einem alten Bauernhof etwa. „Wir sind aber noch nicht erfolgreich gewesen“, sagt sie. Grundsätzlich sei man es gewohnt, in den Campern zu leben, einen festen Wohnsitz habe der Familienbetrieb nicht. „Ich mache das nun schon 34 Jahre“, sagt Krämer. Unglücklich mache das Team vor allem, dass man keine Vorstellungen und somit kein Geld verdienen könne. „Uns fehlt das deutschlandweite Reisen von Ort zu Ort“, sagt Krämer.

Wer den Familien-Zirkus unterstützen möchte, der kann das vor allem mit Tierfutter, Sägemehl sowie Holz oder Gas zum Heizen der Campingwagen tun. Das könnte laut Krämer direkt am Sportplatz in Bischhausen an der Jahnstraße vorbeigebracht werden. Zu erreichen ist Esther Krämer außerdem unter der Telefonnummer 01 52/37 35 48 46.

Von Maurice Morth

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