Mutterschafe und Lämmer bei Hessisch Lichtenau vermutlich von Wolf gerissen 

Wolfsriss Hessisch Lichtenau
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Gerissenes Lamm auf der weide eines Schäfers bei Hessisch Lichtenau

Sieben Lämmer, ein Mutterschaft und ein weiteres Schaf sind bei Hessische Lichtenau gerissen worden - trotz ausreichendes Herdenschutzes. 

Hopffelde/ Hessisch Lichtenau. Mindestens sieben Lämmer einer Schafherde von Schäfer Alexander Schlau, ein Mutterschaf und ein weiteres Schaf in der Ortslage von Hopfelde sind in der Nacht zu Freitag und der Nacht zum Samstag vermutlich Opfer eines oder mehrerer Wölfe geworden. 

Rissorte liegen nur 400 Meter Luftlinie auseinander

Beide Rissorte liegen nur knapp 400 Meter Luftlinie auseinander. Als Udo Eberhardt, Ortsvorsteher von Hopfelde, am Freitagabend zur Weide seiner beiden Schafe in Hopfelde kam, bot sich ihm ein grausiges Bild. “Das eine der beiden Tiere lag auf der Seite, der Brustkorb war komplett aufgebrochen und beim Drehen waren im Kehlbereich blutige Spuren zu erkennen“, berichtet Eberhardt. Der von ihm verständigte Wolfsrissgutacher Gerhard Becker kam am heutigen Samstagmorgen und entnahm Proben mit Genmaterial. 

Sieben Lämmer und Mutterschaf aus Herde tot

Noch während der Begutachtung meldete sich Schäfer Alexander Schlauch, dessen 500 Tiere starke Herde nur wenige Hundert Meter entfernt auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Hessisch Lichtenau steht. Sieben Lämmer und ein Mutterschaf waren tot. Während das Mutterschaf und ihr Lamm aufgebrochen und stark gefressen waren, ist bei den anderen Lämmern die Todesursache nicht klar. Möglicherweise sind sie nach Ansicht des Schäfers einfach zu Tode gehetzt worden.

Herdenschutzhund war wegen Lämmern noch separiert

Schlauch hat einen Herdenschutzhund, der aber derzeit wegen der Lämmer noch separat eingezäunt ist. „Der Wolf, der hier zwischen Schemmern, Hessisch Lichtenau und Walburg aktiv ist, hat den Bogen perfekt raus“, sagt der Schäfer. Denn sowohl seine Weide ist mit einem 90 Zentimeter hohem Stromzaun umgeben (das entspricht der Vorgaben des Landes zum Herdenschutz), aber auch die Weide von Udo Eberhardt ist komplett mit Stromzaun umgeben, der eine Höhe von ebenfalls 90 bis 108 Zentimetern hat. Außerdem steht um den Elektrozaun noch ein Festzaun. Für das Tier offenbar kein Hindernis. 

„Was den Herdenschutz betrifft halten wir uns an alle Vorgaben, aber es ist jetzt nachweislich der fünfte Angriff auf Nutztiere trotz des Herdenschutzes“, sagt Schlauch. 

Fraßbild ähnelt dem der residenten Wölfin 

Wolfsrissgutachter Gerhard Becker aus Melsungen, der in beiden Fällen am Samstagmorgen vor Ort war, bestätigt, dass das Fraßbild stark dem der jetzt residenten Wölfin dort ähnle. „Bei Rotwild fängt sie an am Brustkorb zu fressen, die Schafe fällt sie offenbar einfach von hinten an und reißt sie dann auf“, so Becker. Das sei bei dem einzelnen Schaf bei Hopfelde, aber auch bei dem Mutterschaf und deren Lamm der Fall gewesen, sagt der Gutachter. Er geht bei dem Raubtier davon aus, dass es einen ziemlich geringen Radius hat. 

Erst vor einer guten Woche waren ganz in der Nähe zwei Ziegen und ein Schaf getötet worden, vor zwei Tagen hatte nach Auskunft von Udo Eberhardt mehrere Landwirte und auch ein Jäger einen Wolf beobachtet.

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