Digital statt analog

Waldkappel rüstet Technik als erste Kommune im Kreis um: Sirene ertönt digital

Warnsirene im Waldkappeler Stadtteil Stolzhausen: In der Kernstadt und allen anderen Stadtteilen können diese Sirenen nun digital angesteuert werden.
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Warnsirene im Waldkappeler Stadtteil Stolzhausen: In der Kernstadt und allen anderen Stadtteilen können diese Sirenen nun digital angesteuert werden.

Ein auf- und abschwellender Heulton, der eine Minute lang ertönt: So sollte sich die Sirene am ersten bundesweiten Warntag im vergangenen September anhören.

Waldkappel - Doch im Werra-Meißner-Kreis, wie auch an vielen anderen Orten in Deutschland, war das Sirenensignal noch nicht einsatzbereit – alles blieb stumm. Zurückzuführen war das auf die Technik, die erst von analog auf digital umgestellt werden musste.

Die erste Kommune im Werra-Meißner-Kreis, die diese Umrüstung nun hinter sich hat, ist die Stadt Waldkappel, berichtet Stadtbrandinspektor Carsten Degenhardt. „An jeder Sirenenanlage wurde nun ein Steuerempfänger mit Digitalfunkgerät eingebaut“, sagt der Stadtbrandinspektor.

Gefahrenwarnung direkt vom Gefahrenabwehrzentrum

Dieser könne nun digital direkt vom Gefahrenabwehrzentrum des Werra-Meißner-Kreises in Eschwege angesteuert werden.

Eingesetzt werden kann diese Sirene nun, um die Bevölkerung Waldkappels beispielsweise beim Austritt einer giftigen Schadstoffwolke zu warnen. Die Leute seien dann dazu angehalten, ihre Rundfunkgeräte einzuschalten.

Selbstverständlich ginge das heutzutage auch per App, aber nicht jeder Mensch sei zwangsläufig so internetaffin, so Degenhardt. Zum Vergleich: Vor der Umstellung von analoger auf digitale Technik hätte die Freiwillige Feuerwehr in einem solchen Katastrophenfall mit einem Lautsprecherwagen durch die Straße fahren müssen.

Umrüstung dauerte gut ein Jahr

Der allererste Sirenenton im Waldkappeler Stadtgebiet ertönte am vergangenen Donnerstag im Stadtteil Kirchhosbach. Die Bevölkerungswarnung unterscheidet sich dabei ganz deutlich von den bekannten Tönen bei der Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr.

Gut ein Jahr dauerte die Umrüstung von der Planung bis zur tatsächlichen Umsetzung in dieser Woche. „Es war ein aufwendiges Projekt und ich bin glücklich, dass alle Räder von Gefahrenabwehrzentrum über Stadtverwaltung bis hin zur Feuerwehr so gut ineinandergegriffen haben“, sagt Degenhardt. Gefördert wurde die digitale Sirene vom Land Hessen, einen mittleren fünfstelligen Betrag habe die Kommune selbst tragen müssen. (Maurice Morth)

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